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Die Zukunft der Innenstadt: Bürger wollen mehr Gastronomie - und schönere Fassaden

"Lindenstraße kein Ersatz für Nachbarschaft"

Obernkirchen (rnk). Das Votum ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Drei Stimmen für die Öffnung der Fußgängerzone, aber gleich sieben dagegen. Und diese sieben Stimmen reichten nicht einmal für einen vorderen Platz bei den Zielen, die die zufällig ausgewählten Bürger bei der letzten Sitzung der "Zukunft Innenstadt" entwickelten.

veröffentlicht am 25.02.2008 um 00:00 Uhr

Jetzt haben die Bürger das Wort: Wie bewerten sie die Vorschläge

Was den Bürgern der Stadt vor allem fehlt, ist ein vernünftiges gastronomisches Angebot und eine schönere Gestaltung der Häuserfassaden, die die Stadt optisch deutlich aufwerten würden. Auf den nächsten Plätzen: Junge Geschäftsgründer flexibel unterstützen - etwa durch geringe Mieten -, ein Konzept für den Bornemann-Platz, und ein Kräutergarten am Brunnen unterhalb der Sparkasse oder im Stiftsgarten - Ziele, die vorgestern in der ersten Runde genannt wurden, in der die Ergebnisse bewertet werden sollten, die die Anwohner der Innenstadt und die Gewerbetreibenden zuvor entwickelt hatten (wir berichteten). Größere Unterschiede gibt es nicht: Auch die "einfachen" Bürger möchten eine Belebung der Innenstadt, ein Angebot, das auf ihre Bedürfnisse abgestellt ist, kleine Geschäfte für Kindersachen oder Spielzeug, für Lebensmittel oder Schuhe. Das bedeute eine Zeiteinsparung, weil ein Einkaufen der kurzen Wege geschaffen werde, außerdem bleibe das ausgegebene Geld dann in der Bergstadt; eine Kaufkraftvermehrung, die zu einer besseren Infrastruktur führe, die wiederum die Innenstadt mit mehr Leben erfülle. Mehr Events, mehr Angebote im kulturellen Bereich, mehr Ausstellungen, mehr Leben: Forderungen, die sich in der letzten Phase der Sitzung durch alle Forderungen der insgesamt drei Gruppen zogen, die ihre Vorstellungen aufstellen und zugleichüberlegen sollten, wie sie selbst für ihre Stadt werben könnten. Ebenfalls hoch bepunktet: Der erwähnte schöne alte Kräutergarten im Stiftsbereich, um die Attraktivität der Stadt für Touristen zu erhöhen. Als Schwachpunkt wurden dabei unisono das mangelhafte gastronomische Angebot ausgemacht, die fehlenden Hotels, aber auch ein nicht vorhandener Camping-Platz. Zwar gibt es für Camper einen Stellplatz in Krainhagen, einen sehr schönen sogar, aber der sei zu weit weg von der Innenstadt, betonten die Gruppen bei der Vorstellung ihrer Vorschläge. Ein besseres gastronomisches Angebot in der Innenstadt würde auch zu mehr Geselligkeit führen, zu einer stärken Identifikation mit dem Wohnort, verbunden mit einem positiven Stadtdenken, führen. Der gesellige Teil einer Stadt, so formulierte es Gerd Kirchner, spiele eine große Rolle: "Lebensqualität ist ein wichtiges Stück Heimat." Die "Lindenstraße" als Ersatz für die einst bestehende und gepflegte Nachbarschaft - "das füllt die Lücke nicht." Bürgermeister Oliver Schäfer hatte die Bürger zuvor aufgefordert, die zuvor in den anderen Sitzungen erarbeiteten Ergebnisse und Vorschläge beiseite zu schieben: "Prüfen Sie, ob das auch ein Ziel für Sie ist." Schließlich seien die Bürger auch die Nutzer der Stadt. Schäfer betonte, dass dieStadt mit einem potenziellen Marketingmanager im Gespräch stehe, und trat dabei stark dem Eindruck entgegen, dass auf 400-Euro-Basis (oder was auch immer, Schäfer ließ den Punkt offen) kein Fachmann zu bekommen sei. Schäfer in aller Deutlichkeit: Natürlich verhandele die Stadt mit jemandem vomFach. Immerhin: Die Idee der Werkstatt "Innenstadt" wurden von allen, ohne Ausnahme, als sehr gut bewertet. Oder wie es eineältere Mitbürgerin ausdrückte: "Das hat es auch noch nie gegeben, dass ein Bürgermeister die Bürger fragt."



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