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Neuer Streit um Oberkirchenrat Werner Führer / Anwalt: "Rechtswidriges Vorgehen"

Liebig verwahrt sich gegen Steinwachs-Brief

Landkreis (idea/ssr). Neuer Streit um den theologischen Oberkirchenrat der schaumburg-lippischen Landeskirche, Werner Führer: Zu einer Sondersynode in Meerbeck ist Führer nicht eingeladen worden, obwohl er als Mitglied der Kirchenleitung weder vom Dienst suspendiert noch in den Wartestand versetzt worden ist. "Rechtswidrig" nennt Führers Rechtsanwalt Christian Kirchberg dieses Vorgehen.

veröffentlicht am 13.10.2007 um 00:00 Uhr

Das Vorgehen des Synodalpräsidiums sei umso weniger verständlich, als es bei dieser Synode um Strukturreformen der Landeskirche ging, bei der auch die Streichung der Stelle des theologischen Oberkirchenrats debattiert wurde. Man hätte erwarten dürfen, dass der Stelleninhaber zu diesem Thema angehört würde. Synodenpräsident Joachim Liebig wies die Vorwürfe zurück: Führer sei momentan im Einvernehmen mit der Kirchenleitung an seinem Arbeitsplatz nicht aktiv. Deshalb sei es "logisch" gewesen, ihn auch nicht zur Synode einzuladen. Solange die Stelle des theologischen Oberkirchenrats besetzt sei, stehe ihre Streichung "selbstverständlich" nicht zur Debatte. Führer war am 12. Juni vom Dienst suspendiert worden, weil er sich ohne Rücksprache mit anderen Mitgliedern des Landeskirchenrats vor Journalisten kritisch zur Scheidung der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann geäußert hatte. In diesem Zusammenhang hatte er auch Gerüchte verbreitet,wofür er sich aber kurz darauf in einem Schreiben an die Bischöfin entschuldigte. Die Suspendierung wurde vom Rechtshof der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen zurückgewiesen. Führer erklärte sich aber auf Bitten der Kirchenleitung bereit, seine Amtsgeschäfte ruhen zu lassen, bis die Frage geklärt ist, ob ein Disziplinarverfahren eröffnet wird. Landesbischof Jürgen Johannesdotter kritisierte gegenüber idea Medienberichte, wonach es sich in der Auseinandersetzung mit Führer um einen Machtkampf handele. "Es gibt keinen Machtkampf. Herr Dr. Führer und ich haben ordentlich zusammengearbeitet." Dennoch habe Führer mit seinem "eigenmächtigen" Vorgehen gegenüber Journalisten bei anderen Landeskirchenmitgliedern Grenzen verletzt - und das zum wiederholten Mal. Deshalb wolle man jetzt gerichtlich klären lassen, ob er weiterhin seine Position ausüben könne "In aller Form" hat Liebig die Vorwürfe des Bergkirchener Pastors Hartmut Steinwachs zurückgewiesen, die Synode habe im Landeskirchenamt einen "Scherbenhaufen" angerichtet. Alle Entscheidungen der Synode seien in intensivem Diskussionsprozessen entstanden, sagte Liebig gestern auf Anfrage. Anschließend sei jeweils nach demokratischen Regeln abgestimmt worden - "das ist das Faktum". Jedem stehe das Recht zu, mit bestimmten Entscheidungen unzufrieden zu sein, aber "trotzdem gelten sie", schloss Liebig seine Antwort.

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