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Die Auetaler Parteien im Netz: Nur die CDU verzichtet - und hat dafür gute Gründe

Lieber keine Internet-Seite als eine ungepflegte

Auetal (rnk). Preisfrage: Was haben Dittmar Teich und Helmut Meier gemeinsam? Nun, die beiden ehemaligen Gemeinderatsmitglieder werden auf der Internet-Seite der SPD noch immer als aktuelle Ratsherren geführt. Dabei hatten sich weder der Rolfshäger noch der Hattendorfer zu der Kommunalwahl, die im September, stattfand, aufstellen lassen.

veröffentlicht am 16.02.2007 um 00:00 Uhr

Die "WGA-Besucherstatistik" 2006 nach dem Erwachen aus dem Dornr

Die SPD-Seiten im Internet erzeugen den Eindruck einer Permanent-Baustelle. Völlig verwaist sind die Sparten ,Service' und ,Partei'. Dafür findet sich auf der Seite der SPD eine richtig hübsche Idee: Die vier Jahreszeiten werden gezeigt. Jeden Mittwoch, so ist dort zu lesen, hat sich ein Mitarbeiter im Rathaus um Punkt 12 Uhr an sein Fenster gestellt und immer den gleichen Platz fotografiert. Hintereinander ergibt das 52 Fotos und damit einen kleinen hübschen Film. Deutliches Steigerungspotenzial haben dagegen die Fotos aus den einzelnen 16 Ortsteilen, die deren Schönheit herausstellen wollen - schließlich soll hier geworben werden. Baustelle, so meint Andreas Watermann als Vorsitzender der Auetaler SPD, sei genau das richtige Wort für die Seiten: "Aber diese Baustelle wird geschlossen." Denn auf den Internet-Auftritt wolle die SPD nicht verzichten: "Wir sind froh, dass wir uns dort präsentieren können", sagt Watermann. Nein, erklärt Friedrich Gärling als Gemeindeverbandsvorsitzender, eine eigene Homepage hat die Auetaler CDU nicht. Bei der Frage nach der Begründung verweist der Hattendorfer auf die SPD-Seiten: "Genau das wollen wir nicht: eine Seite nämlich, die nicht gepflegt wird." Wenn sich niemand finde, der sich für die durchaus zeitintensive Arbeit einbinden lässt, dann sei die Partei besser beraten, erst gar keine eigenen Seiten anzubieten. Im Vorfeld der Kommunalwahl, so Gärling, habe man natürlich über eigene Seiten beraten, doch den Vorschlag schließlich verworfen, weil eben kein Experte zur Hand sei, der sich regelmäßig kümmern würde. Eine gute Internetseite müsse ständig aktualisiert, also auf dem Laufenden gehalten werden, erklärt CDU-Ratsherr Torben Sven Schmidt: "Ein Auftritt muss sich stets verändern, Neues bringen, um für Besucher interessant zu bleiben." Erst dann wird dieser Besucher auch gerne regelmäßig draufschauen. Das bedeute, dass die gesamte Mannschaft daran interessiert sein, aber auch die Zeit haben müsse, ständig aus den jeweiligen Fachbereichen etwas zu verfassen, neue Ideen zu bringen. Schmidt: "Aber genau an dieser Zeit mangelt es uns." Daher sein Fazit: Nur eine wirklich gute, regelmäßig aktualisierte Internetseitehabe auch Sinn für die Auetaler CDU und den politisch interessierten Bürger. Schmidt: "Das bedeutet natürlich, dass wir mit der verstärkten Mitgliederwerbung auch das Ziel verfolgen, Personen zu finden, die uns bei der politischen Arbeit und bei einem zukünftigen Internetauftritt unterstützenkönnen - vielleicht in 2008 oder 2009. Die zukünftige Relevanz des Mediums ist uns bewusst." Man werde das Thema "Internetauftritt" deshalb weiter im Vorstand beraten. Veteran der Auetaler Politik-Seiten ist die Website der Wählergemeinschaft: Sie gibt es schon seit fünf Jahren. Sie war bis April 2006 aber im Dornröschenschlaf, gesteht WGA-Vorsitzender Siegbert Held: "Sie wurde nicht gepflegt oder aktualisiert." Die absehbare Folge: keine Besucher. Zum 25-jährigen Jubiläum wurden die Seiten dann komplett neu erstellt. Seitdem, so Held, werde sie (so gut es geht) auch aktualisiert: "Wir geben jedenfalls nicht mehr die Ratsherren der vergangenen Periode an." In der Praxis bereite er die Seite vor und gebe die Daten an Viola Meyer in Rolfshagen von der Firma "screen-planing", wo sie dann eingestellt werden. Held: "Demnächst wollen wir auch einen ,Newsletter' herausbringen und dann jeweils per Mail verschicken." Die Internet-Präsenz, so Held, sei für die WGA ein Stück Öffentlichkeitsarbeit: "Was früher der ,Auetal-Kurier' war, ist heute dieWebsite." Denn so würden die Bürger erreicht, die interessiert sind, - "sonst würden sie uns nicht anklicken". Zielgenauer, so Held, könne man eigentlich nicht informieren. Per E-Mail istübrigens auch der CDU-Gemeindeverband erreichbar, denn auf den Seiten des Kreisverbandes steht auch Gärling mit einer eigenen E-Mail-Adresse. Zwar hat er auf diesem Weg noch nie eine Anfrage, Anregung oder Kritik erhalten, aber ein paar Monate war seine CDU doch im Internet der politischen Auetaler Parteien vertreten: Die CDU gewann das Bouleturnier zum 25-jährigen Bestehen der Wählergemeinschaft. Und wurde auf den WGA-Seiten auch als Sieger mit Bild vorgestellt.

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