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Licht-Bilder: Realistische Orte ins Magische gesteigert

Von Richard Peter

Hameln. Klar und eindeutig: Hamelns Kunstkreis hat sich für sein Ausstellungsjahr 2011 das Motto „Realismus heute“ gegeben. Und Alex Collvilles „Als guter Realist muss ich alles erfinden...“ quasi als Leitmotiv. Perfekter Start für „Magic Places – verwaiste Orte in magisches Licht getaucht“. Reale Schauplätze werden von Rolf Linnemann, gebürtiger Hamelner und Christoph von Haussen aus ihrer Alltäglichkeit befreit, mit Licht in eine andere Dimension gehoben. So entstehen durch ihre „spezielle Art des Lichteinsatzes und der gezielten Lichtführung“, wie Dieter Osler in seiner Einführung formulierte, magische Orte.

veröffentlicht am 16.01.2011 um 14:03 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 04:41 Uhr

Kultur
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Von Richard Peter

Hameln. Klar und eindeutig: Hamelns Kunstkreis hat sich für sein Ausstellungsjahr 2011 das Motto „Realismus heute“ gegeben. Und Alex Collvilles „Als guter Realist muss ich alles erfinden...“ quasi als Leitmotiv. Perfekter Start für „Magic Places – verwaiste Orte in magisches Licht getaucht“. Reale Schauplätze werden von Rolf Linnemann, gebürtiger Hamelner und Christoph von Haussen aus ihrer Alltäglichkeit befreit, mit Licht in eine andere Dimension gehoben. So entstehen durch ihre „spezielle Art des Lichteinsatzes und der gezielten Lichtführung“, wie Dieter Osler in seiner Einführung formulierte, magische Orte.
 Ein aufwendiges Verfahren mit der auf einem Stativ befestigten Kamera und den beiden Künstlern, die mit Einbruch der Dämmerung den Verschluss des Fotoapparates lösen und mit Scheinwerfern wandernd ihre Lichteffekte erzielen. Zwischen fünf und 20 Minuten dauert so eine Aufnahme, bei großen Objekten, wie dem Gladiolenfeld, bis zu einer Stunde. Die Choreografie, so Osler, ist im Vorfeld festgelegt. So wandern Linnemann und von Haussen mit zusätzlichen Helfern auf festgelegten Wegen – wird das Umfeld entsprechend ihren Vorstellungen beleuchtet und belichtet.
 So wenig die Orte manipuliert werden, also weder arrangiert noch mit Requisiten bereichert – so wenig werden die fertigen Bilder verändert. Einziges Zugeständnis bei diesem „fotografischen Zeichnen“: Teile, die zu dunkel erscheinen, werden aufgehellt, zu helle Partien abgedunkelt.
 Was hier so suggestiv als gesteigerte Realität fasziniert, besitzt einen eigenen Zauber, wie die Bilder des magischen oder phantastischen Realismus. Besitzen einen unwiderstehlichen Reiz. Unwirklich, surreal, wundersam, imaginär – aus einer schlichten Hütte im Wald mit ihrer „objektiven Realität“, die es so ja gar nicht gibt, weil jeder sie anders sieht, ist ein magischer Ort geworden.
 Und gleich zwei Mal Salvador Dali zitiert mit „Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist, als die Welt des Traums.“
 „Licht-Bilder also“, so Osler, „die eine geradezu traumhafte Sicht in eine Welt möglich machen, die es so und sonst gar nicht gibt.“

 4 „Verwaiste Orte in magisches Licht getaucht“ ist bis 27. Februar, Mi bis Do 11-13 und 14 bis 17 Uhr, Fr 11 bis 13 Uhr, Sa 10 bis 13 Uhr und So 11 bis 13 Uhr geöffnet.

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