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Versicherungsabschlüsse steigen, aber Mitgliederzahlen stagnieren

Licht und Schatten bei der Sterbekasse der Feuerwehren

Bückeburg (jp). Licht und Schatten weist die Bilanz der Sterbekasse der Feuerwehren auf. Zwar stieg die Zahl der Versicherungsabschlüsse im vergangenen Jahr erneut an, gleichzeitig stagnieren bei dem vor 84 Jahren gegründeten Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit jedoch die Mitgliederzahlen. "Wir sind nicht so ganz glücklich mit der Mitgliederentwicklung", erklärte der erste Vorsitzende Klaus-Peter Twistel bei der Hauptversammlung im Rathaussaal.

veröffentlicht am 02.05.2007 um 00:00 Uhr

Klaus-Peter Twistel

Einst hervorgegangen aus dem Zusammenschluss einzelner Kameradschafts- und Umlagekassen ist die Sterbekasse der Feuerwehren heute als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit vielen tausend Mitgliedern im ganzen Bundesgebiet aktiv. Geschäftssitz ist seit 84 Jahren Bückeburg, die von Kirsten Schmöe und Karin Strömmer geleitete Geschäftsstelle befindet sich bis heute im Feuerwehrgerätehaus in der Röntgenstraße. Mitglied kann jedes aktive und passive Mitglied einer Feuerwehr bis 60 Jahren werden. Geführt wird das Gemeinschaftswerk ehrenamtlich von Feuerwehrmitgliedern. Vorsitzender ist seit 2003 Klaus-Peter Twistel, Stadtbrandinspektor aus Bielefeld. Stolze 5,8 Millionen Euro weist die Bilanzsumme der Sterbekasse der Feuerwehren aus. Die Zahl der Versicherungen stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 164 auf nunmehr 30 183. Gleichzeitig stagniert jedoch die Mitgliederentwicklung: Konnte Klaus-Peter Twistel im vergangenen Jahr noch 18 Neueintritte vermelden, so wies der Rechnungsabschluss 2007 hingegen 27 Mitglieder weniger aus, aktueller Stand: 16 226 Mitglieder. Dass dennoch die Zahl der Versicherungen stieg, führt die Geschäftsstellenleiterin auf die steigende Attraktivität von Mehrfachversicherungen zurück, insbesondere vor dem Hintergrund, dass seit 2004 von den gesetzlichen Krankenkassen kein Sterbegeld mehr gezahlt wird. "Wir sehen bei den Mitgliedern noch erhebliches Potenzial", erklärte Klaus-Peter Twistel, "aber dafür müssen wir uns richtig ins Zeug legen." Willkommen geheißen wurden die Delegierten des Versicherungsvereins auch von Bürgermeister Reiner Brombach, der in seinem Grußwort auf die Unverzichtbarkeit des ehrenamtlichen Engagements in den freiwilligen Feuerwehren hinwies. Außerordentlich sorgenvolle Töne schlug Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote in seinem Grußwort an: Er sieht in der Überalterung der Gesellschaft ein erhebliches Bedrohungspotenzial für die freiwilligen Feuerwehren in ganz Deutschland. Der von den Demographen vorhergesagte Rückgang der bundesrepublikanischen Bevölkerung und die daraus resultierende Entwicklung der Alterspyramide wirke sich verheerend auf die Einsatzfähigkeit der Brandschützer aus: Schon bald werde ein Großteil der aktiven Mitglieder älter als fünfzig Jahre sein und damit nicht mehr als Atemschutzgeräteträger zur Verfügung stehen. "Spätestens jetzt müssten bei allen Verantwortlichen sämtlicheAlarmglocken klingeln." Reagiert haben die Schaumburger Feuerwehren auf die abzusehende Entwicklung durch Einführung von Kinderfeuerwehren, in denen Kinder zwischen sechs und zehn Jahren spielerisch an das Thema Feuerwehr herangeführt werden. Die Sterbekasse der Feuerwehren selbst ist, wie Geschäftsstellenleiterin Kirsten Schmöe erläuterte, bislang von dieser Entwicklung noch nicht allzu schlimm betroffen: "Gerade in letzter Zeit haben wir viele junge Feuerwehrmitglieder gewinnen können." Dennoch hinterlässt die Überalterung der Gesellschaft auch in der Bilanz des Versicherungsverein unübersehbare Spuren: Vom 85. Lebensjahr ist man als Mitglied nämlich beitragsfrei. "Und das sind immerhin schon 320, Tendenz steigend." Musikalisch umrahmt wurde die Jahreshauptversammlung vom Musikzug der Feuerwehr Bielefeld.



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