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Überraschungen bei Ökologieprojekt der Blindow-Schulen: Gewässersanierung greift nicht überall

Licht und Schatten an der renaturierten Aue

Bückeburg (mig). Fürs Leben lernen: Schon im vergangenen Jahr hat das Ökologie-Projekt der Dr. Kurt Blindow Schule viel Lob für die praktische Untersuchung der Renaturierungsmaßnahmen an der Bückeburger Aue erh alten. Diesmal untersuchten 65 angehende Biologisch-Technische-Assistenten (BTA) der Jahrgänge 2007 und 2008 speziell die Gewässerrandstreifen und Zuflüsse - und kamen dabei zu erstaunlichen Ergebnissen.

veröffentlicht am 10.09.2008 um 00:00 Uhr

Licht und Schatten an der renaturierten Aue: Schulleiter Rüdiger

Von Buchholz bis zur Landesgrenze wurde die Bückeburger Aue genauestens unter die Lupe genommen, insgesamt neun Gruppen hatten verschiedene Fragestellungen zu untersuchen. "Sie waren mit viel Fleiß und Eifer dabei", freute sich Eva von Löbbecke-Lauenroth nach der gelungenen Präsentation im Klassenraum. Die Lehrerin hat das Ökologie-Projekt 2007 ins Leben gerufen, unterstützt wurde sie dabei vom Landkreis und vom Amt für Wasserwirtschaft. Von Löbbecke-Lauenroth: "Uns war wichtig, nicht nur für die Schublade zu arbeiten, sondern konkrete Ergebnisse zu liefern." Dieses Ziel haben die Umweltforscher auf jedem Fall erreicht. Auch wenn viele Entwicklungen den Fachleuten schon bekannt waren, zeigten sich Wolfhard Müller, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Bückeburger Niederung, Dr. Jochen Beug vom Naturschutzamt des Landkreises und Dr. Matthias Dornbusch von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises bei einigen Resultaten ziemlich überrascht. Dr. Matthias Dornbusch: "Das waren gut recherchierte Vorträge. Für die Zukunft würden wir uns freuen, wenn diese Bereiche weiter beobachtet werden." Umgesehen hatten sich die BTA-Schüler im Raum Bückeburg (unter anderem in Evesen, Warber oder Buchholz). Dabei wurden die jeweiligen Biotope untersucht und Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet. Die Gruppe "Eisvogel" beispielsweise suchte nicht nur nach Bruthöhlen, sondern dokumentierte außerdem den Lebensraum des seltenen Vogels. Negativ aufgefallen ist den Schülern dabei vor allem die Renaturierungsmaßnahme in Vehlen. Dort seien die Steilhänge zu niedrig für den Eisvogel ausgefallen, so die Vortragenden. In einer Antwort wendete Dr. Dornbusch ein, dass in diesem Bereich nicht der Schutz des Eisvogels, sondern der Durchzug von Fischen im Vordergrund gestanden hätte. "Prinzipiell sollte man natürlich den Schutz möglichst vieler Tierarten kombinieren", gestand er den Schülern zu. Ebenfalls auf großes Interesse stießen die Ergebnisse des "Fisch-Teams". Dessen Mitglieder schlossen vom Vorkommen verschiedener Fischarten wie Bachforelle, Stichling oder Elritze auf die Gewässergüte, beispielsweise des Schlossbachs vor und nach dem Klärwerk. Dabei stellte sich heraus: Beide Standorte weisen die Güte drei auf, "da hat sich nicht viel getan", stellten die Schüler fest. Wolfhard Müller: "Ich war geschockt, als ich das gehört habe. Ich hätte gedacht, dass die Gewässergüte durch das Klärwerk bei zwei liegt." Erfreut zeigte sich Müller aber über die im Vergleich zum Vorjahr verbesserte Gewässergüte in der Bückeburger Niederung. "Das ist eine gute Entwicklung." Die Schüler sollten ihre Untersuchung auch dem Bückeburger Rat vorstellen, schlug Müller vor. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand in diesem Jahr eine Untersuchung der Randstreifen. "Je weiter weg vonöffentlichen Wegen sie sind, desto kleiner werden die Randstreifen", fasste Lehrerin Eva von Löbbecke-Lauenroth die Schüler-Ergebnisse zusammen und erklärte: "Da kommen nur wenige Leute hin. Das weiß der, der den Streifen nutzt, natürlich." Auch Dr. Dornbusch zeigte sich von den Ergebnissen beeindruckt: "Das ist eine relativ ernüchternde Bilanz." Wolfhard Müller berichtete, dass manch ein Randstreifen einfach untergepflügt werde. Geplant ist, dass der Landkreis in diesem Bereich tätig wird. Neben einigem Schatten, gab es aber auch viel Licht, so dass Dr. Beug zum Fazit kam: "Ein Idealfall ist beispielsweise der Standort Schlingmühle. Insgesamt wurden große Flächen am Gewässer erworben, sodass große Zusammenhänge geschaffen wurden. Das Land, die Kommune, der Landkreis und der Förderverein bemühen sich sehr." Zum Abschluss beglückwünschte Schulleiter Rüdiger Maxin die beteiligten BTA-Schüler mit den Worten: "Siehaben - -zumindest bei den Fachleuten vor Ort - etwas in Bewegung gebracht."

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