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Ausstellung dokumentiert Wirken der Geschichtswerkstatt der Herder-Schule

"Leute mit Mut und Charakter sind den anderen sehr unheimlich"

Projektleiter Klaus Maiwald (4.v.l.) und ein Teil der "Werkstatt"-Sprecher eröffnen die Ausstellung "Zehn Jahre aktive Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen". Foto: bus Bückeburg (bus). Das Niedersächsische Staatsarchiv zeigt gegenwärtig eine Ausstellung, die das Wirken der Geschichtswerkstatt der Bückeburger Herder-Schule dokumentiert. Anlass der mit dem Untertitel "Zehn Jahre aktive Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen" benannten Schau ist das zehnjährige Bestehen der von Klaus Maiwald geleiteten Werkstatt. Hinter dem Wirken stehe eine Konzeption, die trotz mancher Widrigkeiten immer das Ziel verfolge, jeder Form von Unterdrückung und Fremdenhass engagiert entgegenzutreten, sagte Schulleiterin Christiane Marx während der Ausstellungseröffnung.

veröffentlicht am 11.11.2006 um 00:00 Uhr

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Maiwald habe es mit unermüdlichem Engagement immer wieder geschafft, junge Menschen für dieses Konzept zu motivieren und zu ermutigen. "Leute mit Mut und Charakter sind den anderen immer sehr unheimlich", verdeutlichte die Schulleiterin mit einem Zitat des Dichters Hermann Hesse eine der Außenwirkungen der vielfach preisgekrönten Initiative. Schirmherr Sebastian Edathy teilte in einem von Marx verlesenen Grußwort mit, dass ihn vor allen Dingen der Einfallsreichtum bei der Projektkonzeption, die Qualität der Umsetzung sowie die Konsequenz, mit der trotz mancher Widrigkeiten die Ziele verfolgt wurden, "stets aufsNeue beeindruckt" haben. Als größter Erfolg sei unterdessen nicht ein konkretes Ereignis zu benennen sondern "zweifelsohne, dass seit nun zehn Jahren eine große Anzahl junger Menschen aktive Erinnerungsarbeit leistet, dem Vergessen und Verdrängen entgegenwirkt und dabei gleichzeitig eine Ausbildung in Sachen Demokratie, Menschen- und Bürgerrechte absolviert". Edathy: "Den Weg, welchen die Geschichtswerkstatt dabei einschlug, halte ich für besonders geeignet und vorbildhaft." Maiwald erinnerte an die Anfänge des Projekts, in denen besonders Themen aus dem Bereich Nationalsozialismus die Neugier der Schüler hinsichtlich der Fragestellungen über das Geschehen im eigenen Lebensraum erweckten. Die "Spurensucher" hätten rasch erkannt, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit häufig große Lücken aufwies. Maiwald: "Bisherige Veröffentlichungen ließen oft den Eindruck der Beschönigung, der Verdrängung oder schlicht der Unwahrheit entstehen." Er wünsche sich, sagte der Pädagoge, "auch in den bevorstehenden zehn Jahren viele motivierte Schülerinnen und Schüler begrüßen zu können, die genauso offen und couragiert ihre Umwelt wahrnehmen wie die Vorgängergenerationen". Die bis zum 29. Dezember laufende Ausstellung (das Staatsarchiv ist von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr geöffnet) dokumentiert sehr umfangreich die Werkstatt-Aktivitäten des zurückliegenden Jahrzehnts. Acht Vitrinen, viele Fotos und eine große Stellwand belegen die zahlreichen Erfolge. Allein die Liste der Publikationen umfasst 13 Titel; die Aufzählung der Veröffentlichungen, in denen über die Werkstatt berichtet wird, bringt es auf 15 Schriften, die auch "Hausherr" Dr. Hubert Höing Respekt abnötigten. "Die Bilanz kann sich sehen lassen", merkte der Archivleiter an. Die Publikationen seien "durchaus gründlich und seriös" geraten. Parallel zur Ausstellung ist ein Begleitheft erschienen,das im Staatsarchiv, in der Herder-Schule sowie in den Buchhandlungen Frommhold und Scheck zum Preis von fünf Euro erhältlich ist.

Die Ausstellungseröffnung im Niedersächsischen Staatsarchiv (l.)
  • Die Ausstellungseröffnung im Niedersächsischen Staatsarchiv (l.) stößt auf großes öffentliches Interesse. Zahlreiche Veröffentlichungen (r.) dokumentieren die Aktivitäten der jetzt zehn Jahre bestehenden Geschichtswerkstatt. Fotos: bus
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