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"Ruheforst" an der Harrler Trift geplant

Letzte Ruhestätte unter Buchen oder Eichen

Bückeburg (rc). Die Hofkammer wird im Bereich des Harrls einen Ruheforst einrichten. Auf dem 13,5 Hektar großen Areal im Bereich der Harrler Trift können sich Menschen als Alternative zu herkömmlichen Bestattungsarten in der Umgebung eines Waldes beisetzen lassen - in ebenso vergänglichen Urnen. "Für viele Menschen inzwischen eine würdevolle Form des Abschieds", sagte der Chef der Hofkammer, Christian Fischer, gegenüber unserer Zeitung. Auch vielen Angehörigen und Freunden spende der ständige Wandel der Natur Trost. Interessierte können sich bereits zu Lebzeiten informieren und beraten lassen, sich mit dem Ort vertraut machen, sich ihre Ruhestätte in dem zwischen 100 bis 130 Jahre alten Baumbestand aus Buchen, Eichen und Lärchen aussuchen.

veröffentlicht am 06.02.2008 um 00:00 Uhr

Wie Fischer erläuterte, wird der Ruheforst in Zusammenarbeit mit der gleichnamigen Firma umgesetzt, die den Namen als eingetragene Marke geschützt hat. Der Waldbereich muss dazu in eine Friedhofsfläche umgewidmet werden, ein entsprechender Bauantrag wird noch diese Woche eingereicht. Der Wald wird für 99 Jahre als Ruhestätte sichergestellt, länger als jede Grabfläche auf einem Friedhof, so Fischer. Rund um die ausgesuchten Bäume werden so genannte Ruhebiotope in einer Größe von 50 bis 100 Quadratmeter eingerichtet, in denen die Urnen - laut Vorschrift 80 Zentimeter tief - bestattet werden. Verkauft werden Einzel-Ruhebiotope, also Bäume, ab 2500 Euro. Gemeinschafts-Ruhebiotope mit Platz für bis zu zwölf Urnen kosten um die 400 Euro je Urne; ganze Familien-Ruhebiotope, ebenfalls für 12 Urnen, 2500 Euro. An jedem Baum können kleine Namensschilder angebracht werden. Nicht erlaubt sind dagegen Kreuze, Grabsteine oder Blumenschmuck. Der Waldbereich selbst wird mit Trampelpfaden für die Angehörigen begehbar gemacht, ansonsten bleibt das Areal unverändert und wird nicht bewirtschaftet. Lediglich wenn ein Baum umkippt, wird er durch eine Neuanpflanzung ersetzt. Fischer: "Der Charakter des Waldes muss erhalten bleiben." Der Ruheforst wird mit einer Satzung der Stadt "betrieben", die darin auch die Gebühren festsetzt. Die Trägerschaft hat dagegen die Fürstliche Hofkammer, die auch das Personal und die Pflege sicherstellt. In den zuständigen Gremien, die bisher nicht-öffentlich zu diesem Thema berieten, sei das Vorhaben grundsätzlich positiv aufgenommen worden, teilte Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage mit. Die Stadt habe die notwendigen Schritte zur Genehmigung eingeleitet. Geht es nach Fischer, soll bereits im April auf Info-Veranstaltungen umfassendüber den Ruheforst informiert werden. Im Sommer könnten bereits erste Urnenbeisetzungen erfolgen.



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