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Letzte Ruhe unter einer alten Eiche

Stadthagen (sk). Seit 2007 steht Angehörigen eine neue Möglichkeit offen, ihre Verstorbenen auf dem Martini-Friedhof beisetzen zu lassen. Unter den ausladenden Ästen einer Eiche kann die Urne mit der Asche des Toten in die Erde gelassen werden. Gras wächst darüber.

veröffentlicht am 25.11.2008 um 00:00 Uhr

Die Bestattung unter Bäumen in sogenannten Friedwäldern wird von immer mehr Menschen bevorzugt. Ein Variante der Baumbestattung ist seit einem Jahr auf dem Martini-Friedhof möglich. Südlich der Kapelle liegt ein zehn mal 15 Meter großes Areal, dass früher Reihengräber beherbergte, die nun eingeebnet sind. Den äußeren südlichen Rand des Areals hat Friedhofsmeister Lutz Trebeß für die Aufstellung historischer Grabsteine zu einer Art Grabsteinmuseum ausgewählt. Beim Nachsinnenüber die Nutzung der restlichen Fläche inspirierte Trebeß eine etwa 50 Jahre alte Eiche. In der Mitte über die Rasenfläche wölbt der Baum, dessen Triebe wohl einst wild aufgelaufen seien, seine ausladenden Krone. Hierunter könne man Urnen bestatten, überlegte der Friedhofsmeister. Die Idee wird seit einem Jahr in die Tat umgesetzt. Die Asche von mehr als 30 Verstorbenen wurde bereits am Urnenbaum in die Erde versenkt. Hier und da kennzeichnen Schnittblumen vorübergehend die jeweiligen Begräbnisstellen. Im Prinzip aber soll die Rasenfläche unter dem Baum schlicht bleiben, so Trebeß. Blumen und Kränze können an einem Gedenkstein abgelegt werden, an dem jeweils ein Messingschild mit dem Namen des Verstorbenen angebracht werden kann. Hell leuchten die Schilder im Sonnenlicht, erinnern an die Begräbnisstätten südlicher Länder. Als Fläche zum Anbringen der kleinen Messingtafeln dient ein "musealer" Grabstein. Dessen Mittelfläche, versehen mit den Namen und Daten der Verstorbenen, wurde herausgenommen und mit der unbeschrifteten Seite nach vorn wieder in den Steinrahmen eingesetzt. So ist der ehemalige Grabstein einer Familie Bornemann jetzt ein Gedenkstein für viele. Etwa 120 Urnen fasst das Baumareal. Die Bestattung am Urnenbaum ist etwas teurer als die Nutzung eines Urnenreihen- oder Wahlgrabes. Dafür ist die Pflege durch die Friedhofsmeisterei verbindlich und im Preis enthalten.



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