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120 000 Euro Fördermittel aus Leader-Programm für Sanierung / Rat entscheidet am 11. Dezember

Letzte Chance zur Rettung des Eisenhammers

Exten (who). Die Signale stehen mindestens schon auf Gelb für die Rettung des Oberen Eisenhammers in Exten. Der über 30 Jahre währende Dornröschenschlaf der historischen Hammerschmiede dürfte jetzt beendet sein. So der Eindruck eines Informationsabends in der Gaststätte "Zur Post". Der Verwaltungsausschuss des Rintelner Stadtrates machte sich ebenso wie der Bauausschuss ein Bild vom Zustand des Oberen Eisenhammers. Das Projekt zur Sanierung soll am 11. Dezember dem gesamten Rat zur Abstimmung vorgelegt werden.

veröffentlicht am 20.11.2008 um 00:00 Uhr

Christoph Ehleben (v.l.), Bernd Kirchhoff, Horst Vöge und Wolfga

Der Verein für Heimatpflege und Kultur Exten hatte eingeladen zur Information der Vereinsmitglieder und der interessierten Bürger. Zuvor war Rückenwind für das Projekt aufgekommen, nachdem die Besitzerfamilien im November vergangenen Jahres ihr schriftliches Einverständnis erklärt hatten, das denkmalgeschützte Bauwerk für Besucher zugänglich zu machen. Horst Vöge, Vorsitzender des Heimatvereins, fasste zum aktuellen Stand zusammen: Durch Fördermittel aus dem Leader-Programm der EU ist es möglich, das Gebäude standsicher zu machen und für etwa 120 000 Euro zu sanieren. Als Soforthilfe für die vorläufige Standsicherung hat die Stadt Rinteln bereits am 29. Mai dieses Jahres 5000 Euro aus Mitteln des Denkmalschutzes bewilligt. Voraussetzung für die Freisetzung ist, dass eine gemeinnützige Körperschaft, in diesem Falle der Heimatverein, die Organisation und ehrenamtliche praktische Arbeiten übernimmt. Vöge dazu: "Von der kulturhistorischen Bedeutung des Gebäudes her ist sicher die Landesdenkmalpflege zuständig, aber weil sich von dort nichts rührt, sehen wir uns in die Pflicht genommen." Bereits zu Beginn der achtziger Jahre seien schon einmal Fördermittel für den Erhalt des Oberen Eisenhammers bereitgestellt worden, jedoch verfallen, weil das Einverständnis der Besitzer noch gefehlt habe, erinnerte Vöge. Deshalb gelte es jetzt, die letzte Chance zur Rettung des Oberen Eisenhammers zu nutzen. Um die Fördermittel nicht erneut an Extenvorbeiziehen zu lassen, habe der Vorstand initiativ tätig werden müssen, ohne die Vereinsmitglieder in das Verfahren einbinden zu können. Vöge appellierte weiter an den Verein und die Einwohner, zu erhalten, was der Vorsitzende des Niedersächsischen Mühlenvereins erst kürzlich einen "in Niedersachsen einmalig vorkommenden historischen Bau" genannt habe. Nachdem der Ortsrat in seiner letzten Sitzung die Sanierung des Oberen Eisenhammers beantragt hatte, haben die Mitglieder von Verwaltungs- sowie Bauausschuss des Rintelner Stadtrates während der letzten beiden Wochenenden die Örtlichkeit besichtigt. Am 11. Dezember soll das Projekt dem gesamten Rat zur Abstimmung vorgelegt werden. Zusammen mit dem Konzept des Heimatvereins, der den Oberen Eisenhammer "neben seiner historischen Bedeutung vor allem als sinnvolle Ergänzung zum Industriemuseum Unterer Eisenhammer" sehe, so erklärte Vöge für den Heimatverein. Die Vorstellungen des Heimatvereins seien: Heimatstube und Unterer Eisenhammer bleiben der Schwerpunkt. Der Obere Eisenhammer wird nach der Sanierung gelegentlich für Besuchergruppen geöffnet, die vom Unteren Eisenhammer zu Fuß herangeführt werden. In Bezug zum Unterhalt des Gebäudes sieht der Vorstand des Heimatvereins keine Kosten auf den Verein zukommen, wenn es annähernd so gut läuft wie beim Unteren Eisenhammer, für den seit Eröffnung über 350 Besucher durch Eintrittsgelder und Spenden schwarze Zahlen bewirkt haben. Vöge: "Durch unsere Internetpräsentation und Bewerbung durch Tourismusorganisationen der Stadt und im Umkreis sehen wir zukünftig eher steigende Besucherzahlen." Besucher des Oberen Eisenhammers an der Ossenbeeke dürften, wie jetzt schon die Rintelner Ratsmitglieder, überrascht sein, so Vöge. Denn: Entgegen kursierender Gerüchte über eine völlige Entleerung finden sich im Gebäude noch Maschinen und Gerätschaften, die zur künftigen Ausgestaltung des Industriedenkmals dienen sollen. Einen Teil des authentischen eisernen Inventars konnte der Architekt und Restaurator Reinhard Hoppe aus Duingen der Versammlung in der Post direkt vorlegen. Der ehemalige Rintelner hatte vor gut 30 Jahren von der Stadt Rinteln bereits den Auftrag zur Sanierung des Gebäudes erhalten, ehe das Projekt zunächst storniert werden musste. Die Eisengeräte, die ihm seinerzeit der Besitzer überlassen habe, könnten ebenfalls zur Ausgestaltung an die Ossenbeeke zurückkehren, stellte Hoppe in Aussicht. Das Nahziel für den Heimatverein sei zunächst die Wiederherstellung des eigentlichen Gebäudes, ergänzte Horst Vöge abschließend. Für die Zeit danach könne man sich vorstellen, irgendwann auch wieder ein Wasserrad zum Antrieb eines Schwanzhammers nach historischem Vorbild zu installieren. Und als ferneres Zukunftsprojekt die Stromerzeugung durch einen vom Wasserrad angetriebenen Generator zur Erwirtschaftung eines Unterhaltskostenzuschusses...



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