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Angehende Abc-Schützen werden mit Unterricht vertraut gemacht / Keine Angst vor neuer Umgebung

Lesepaten nehmen Scheu vor der Schule

Heeßen (sig). Früher war für die Jungen und Mädchen im Kindergarten der Übergang zur Schule ein Buch mit sieben Siegeln. Sie bekamen die Klasse vorher nicht zu sehen, und es gab im Vorfeld auch keinerlei Einweisung in das, was sie in der Schule erwartet. Diesen Zustand wollten der Heeßer Kindergarten und die Grundschule in Heeßen ändern. Sie erfanden dafür das Mittel der Lesepatenschaft. Sie trug wesentlich dazu bei, die Scheu voreinander zu nehmen.

veröffentlicht am 04.07.2006 um 00:00 Uhr

Unsere Zeitung war dabei, als 27 Jungen und Mädchen Händchen haltend mit ihren Erzieherinnen den Schulflur entlang schlenderten. Man gewann sofort den Eindruck, dass die kleinen Gäste hier nicht unbekannt waren. Sie steuerten einen bestimmten Klassenraum an und verteilten sich dort an die verschiedenen Tische. Einige brachten ein Buch mit,dessen Lektüre sie besonders interessierte. Andere überließen es den Drittklässlern, etwas Geeignetes für sie auszuwählen. Für die Leseratten gibt es dazu Klassenbüchereien. In der 3b und 3c war es die fünfte und letzte Begegnung mit den künftigen Abc-Schützen. Innerhalb der vergangenen Wochen hatten die vorher ausgesuchten Paten den Kontakt zu ihren kleinen Zuhörern vertiefen können. Zum Abschluss gab es für die Gäste aus dem Kindergarten einen Zettel, auf dem der Name ihres Lesepaten und die Titel der Bücher stehen, die als Lektüre dienten. Es blieb aber nicht allein beim Lesen, sondern die Teams gingen anschließend noch gemeinsam auf dem zum Schulhof gehörenden Gelände spielen. Die Geräte dafür hat der Förderverein der Heeßer Grundschule angeschafft. "Unsere Vorschüler kennen sich hier inzwischen gut aus; sie treiben ja auch Sport in der zur Schule gehörenden Halle", berichtete eine Kindergärtnerin. Da gibt es also keine große Spannung abzubauen, wenn nach den Sommerferien der erste Schultag beginnt. So sehen das jedenfalls die beiden Klassenlehrerinnen Ina Meier und Elvira Obertanner. Die einzige Unbekannte bleibt die Schultüte mit ihrem Inhalt. Auf diesem Feld bahnen sich offensichtlich "Probleme" an. "Meine Mama hat Schwierigkeiten, eine Tüte zu finden, die zu meinem Ranzen passt", berichtete eine Vorschülerin. Sie selbst sieht einen "modischen Fehlgriff" keineswegs als so schwerwiegend an; der Inhalt sei doch wesentlich wichtiger.

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