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Kultusminister besucht Niedernwöhren: "Pionierarbeit" in Kindergarten und Grundschule

Lernen von den "Lesekumpels" als Konzept

Niedernwöhren (gus). Hoher Besuch in der Grundschule Niedernwöhren - Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann hat die Einrichtung unter die Lupe genommen. Eigentlich hat der Politiker jedoch sowohl den Kindergarten "Abenteuerland" als auch die Schule besucht. Denn zwischen beiden Einrichtungen besteht seit 2003 eine Kooperation.

veröffentlicht am 19.04.2007 um 00:00 Uhr

Schiebung: Maverick lässt sich von Sportlehrerin Kerstin Milde,

"Sehr angetan" war Busemann von dem, was er während seiner mehr als einstündigen Stippvisite zu sehen bekommen hatte. "Man spürt, dass das Miteinander der Schüler funktioniert. Das ist genau das, was wir wollen", so der Minister. Die Zusammenarbeit von Kindertagesstätte und Grundschule sei eine Art Brücke. Und dieser "Brückenschlag" sei in Niedernwöhren gelungen. Zuvor hatte sich Busemann nicht nur von den Pädagogen erklären lassen, wie die Kooperation umgesetzt wird. Er hatte es auch mit eigenen Augen gesehen. Sport-, Mathematik- und Deutschunterricht gehörten zu den Stationen. Und auf dem Flur traf der Kultusminister immer wieder auf Schülergrüppchen, die sich über Bücher beugten. Das waren die Resultate des "Lesekumpelkonzepts". Dabei lesen Drittklässler, die so genannten Lesepaten, Kindergartenkindern etwas vor. Solcher Kontakt ist die Kernidee der Partnerschaft, der so genannte "Unterricht der offenen Türen". Dieser wird in unterschiedlicher Weise umgesetzt. Beispielsweise in Form von Schnupperwochen für Kindergartenkinder in der ersten Grundschulklasse, gemeinsamem Sportunterricht oder eben den "Lesekumpels". Im Fachjargon heißt das "altersheterogene" und "institutionsübergreifende" Angebote. Was nicht alltäglich klingt, ist auch nicht alltäglich. Niedernwöhrens Grundschule gehörte zwischen 2001 und 2004 als eine von vier Schulen in Niedersachsen zum "INIS II-Projekt". Der Kindergarten ist laut Busemann einer von 13 Konsultationseinrichtungen des Landes. Mehr als 200 Pädagogen und sonstige Fachkräfte haben nach Worten von Leiterin Franka Stefanski den Kindergarten seit 2004 zwecks Fortbildung besucht. Busemann gratulierte Stefanski und Grundschul-Leiter Ulrich Kreutzahler stellvertretend zu der geleisteten "Pionierarbeit". Erkenntnisse, die an solchen Einrichtungen gewonnen werden, seien unverzichtbare Forschungsbeiträge - gerade hinsichtlich der "Pisa"-Studie. Er wisse, dass die Arbeit eine enorme Beanspruchung für die Lehrkräfte sei. Der Erfolg, so Busemann, sei der verdiente Lohn. Erfolg hatten auch die Drittklässler der Grundschule mit ihrem "Wilhelm-Busch-Rap". "Mensch Willi, Du bist ein toller Hecht. Mit Deinen Sprüchen hattest Du schon damals Recht", ließen die Jungen und Mädchen die erwachsenen Zuhörer wissen. Da widersprach niemand.



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