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300 Mitarbeiter in Deutschland betroffen

Lenze in der Krise – 600 Jobs in Gefahr

Groß Berkel (cb/TT). Der Aerzener Maschinenbauer Lenze plant offenbar einen Personalabbau in größerem Umfang. Unbestätigten Informationen nach soll es sich um 600 Arbeitsplätze weltweit handeln, die der Spezialist für Antriebs- und Automatisierungstechnik streichen will – 300 davon in Deutschland. Das Unternehmen will sich erst am Montag öffentlich äußern, auch der Betriebsrat lehnt bislang noch jede Stellungnahme ab.

veröffentlicht am 19.03.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

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Gestern wurde die Belegschaft am Hauptsitz in Groß Berkel über die Pläne informiert. Der zweite größere Lenze-Standort liegt im lippischen Extertal. Die letzte offizielle Mitarbeiterzahl hatte Lenze im Oktober bei der Bilanzpressekonferenz mit 3413 weltweit Beschäftigen – 210 Personen mehr als im Vorjahr – angegeben.

„Kein Kommentar“ – so verlautete von Harald Hilgers, beim Unternehmen für Personalmanagement und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, zu den jüngsten Entwicklungen. Auch Konzernbetriebsratsvorsitzender Dirk Brockmann will sich an die Absprache mit der Unternehmensleitung halten und zum geplanten Stellenabbau keine Einzelheiten nennen. „Das ist die Aufgabe des Arbeitgebers“, sagte Brockmann.

Bei der Bilanzpressekonferenz im Oktober für das Geschäftsjahr 2007/2008 hatte das Unternehmen noch mit einem Plus von sechs Prozent beim Gruppenumsatz auf 621 Millionen Euro positive Zahlen vermeldet. „Auch wenn das Weltwirtschaftsklima derzeit abkühlt, bleibt die Lenze-Gruppe stark“, meinte damals Vorstandsvorsitzender Dr. Erhard Tellbüscher zu Beginn der Finanzkrise mit den damals nicht absehbaren Folgen. Bereits im Dezember kündigte das Unternehmen dann Kurzarbeit für die Produktionsgesellschaft Lenze Operations ab Anfang 2009 an. Nach damaligen Angaben waren insgesamt 468 Mitarbeiter, darunter 232 Beschäftigte am Standort Groß Berkel betroffen. Erhebliche Auftragsrückgänge hätten zu einer geringeren Auslastung der Produktion geführt – damit sei die Finanz- und Wirtschaftskrise mit etwas Zeitverzögerung auch bei Lenze als Zulieferer für den Maschinen- und Anlagenbau angekommen, hieß es damals.

IG Metall kündigt Widerstand an

Mit großem Unverständnis reagierte gestern Uwe Mebs, 2. Bevollmächtigter der zuständigen IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim, dass Lenze den Betriebsrat mit einem massiven Stellenabbau konfrontiere, ohne Alternativen zu beraten. In anderen Unternehmen würden die Instrumente der Kurzarbeit genutzt, um die Belegschaft zu qualifizieren und zu halten. Mebs zu den Lenze-Plänen: „Das gibt Widerstand.“



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