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Neuer Eigentümer ist SUM Grundstücksverwaltung / Zukunft weiter offen

Leise Hoffnung fürs Alte Museum: Gutachten zur Sanierung liegt vor

Rinteln (wm). Im Januar dieses Jahres ist am Alten Museum am Kirchplatz die Farbe der letzten Renovierung aus dem Jahr 1984 abgetragen worden. Was darunter zum Vorschein kam, hat den Hamelner Architekten Falk Lippelt alarmiert - vergammelte Balken und Wasserschäden. Lippelt: "Noch zwei weitere Winter wird der Bau nicht überleben."

veröffentlicht am 04.08.2008 um 00:00 Uhr

Ein prachtvoller Weserrenaissance-Bau, der seit Jahren leer steh

Eine Ursache für die Schäden ist die Farbe der Restaurierung in den achtziger Jahren. So etwas würde man heute nicht mehr machen, schilderte Lippelt bereits im Januar. Jetzt hat der Architekt ein Gutachten zur Sanierung des Hauses vorgelegt - um zumindest den Bestand zu sichern. Denn die Zukunft des historischen Gebäudes ist nach wie vor offen. Eigentümer ist inzwischen nicht mehr Hans-Wilhelm Vogeley, Chef der Vogeley GmbH aus Hameln, die das Weserrenaissance-Gebäude 1999 gekauft hatte, sondern die SUM Grundstücksverwaltung GmbH in Hameln. Deren Geschäftsführerin Victoria Kock erläuterte auf Anfrage, man fahre in diesem Fall mehrgleisig: Nach wie vor werde ein Mieter gesucht - denkbar seien schon aufgrund der guten Lage am Kirchplatz Einzelhandel oder Gastronomie in diesem Haus. Parallel dazu stehe das Gebäude nach wie vor zum Verkauf. Interessenten habe es schon gegeben, aber noch keinen definitiven Vertragsabschluss. Jetzt gelte es zunächst, den Bestand des Hauses zu sichern. Das Haus, 1620 erbaut, war lange Jahre Wohnhaus, dann bis 1943 Museum - daher der Name, der sich im Volksmund erhalten hat. Nach dem Krieg zogen hier Geschäfte ein, eine Arztpraxis, zeitweise eine Hähnchenbraterei. 1960 kaufte Heinrich Sasse das historische Gebäude und sanierte es von Grund auf. 1966 richtete er hier das gleichnamige Modehaus ein. Die Familie Vogeleyübernahm das Baudenkmal im Oktober 1999 und vermietete es an den Rintelner Unternehmer Jens Gerth, der dort einen Antiquitäten-Laden einrichtete. Im Frühjahr 2004 zog hier die "Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit" (Siga) mit einem Antikmarkt ein - schon ein Jahr später gibt die Siga den Standort Rinteln wieder auf. Seither steht das Gebäude wieder einmal leer.

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