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Gershwin-Porträt entpuppt sich als Clou / Zuhörer zeigen sich entzückt / Viel Beifall in der Stadtkirche

"Leipziger Posaunentrio" kennt sich in allen Sparten aus

Bückeburg. Sie sind auf keinen Stil abonniert, die drei Herren vom "Leipziger Posaunentrio". In der Renaissance kennen sie sich ebenso gut aus wie im Barock, der Klassik und der Moderne. Wie schade nur, dass vergleichsweise wenig Zuhörer in die Stadtkirche gekommen waren, denn Lars Proxa, Robin Kürschner und André Stemmler hatten ein volleres Haus verdient.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 10:19 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Die Bläser holten bei ihrem Debut Noten von Speer, Corelli, Caldara, Schütz, Hassler, Haydn sowie Zeitgenossen aus den Koffern und entzückten das Publikum von Stück zu Stück mehr. Kein Wunder, denn es handelte sich um eine Auswahl, bei der ruhige, getragene Werke auf ansprechende Weise mit spritzigen Kompositionen wechselten. In harmonischem Tutti eröffnet wurde der Abend von den Bläsern und Siebelt Meier an der Orgel mit der Speer-Sonate Nr. 1. Danach untermauerten die Leipziger ihr klangsicheres Spiel mit der vielseitigen "Sonata da chiesa" von Corelli, dem stimmungsvollen "Pièce" des A. Caldara und dem ausdrucksstarken Schütz´schen "Give ear, oh Lord". Mit Hasslers "Verbum Caro Factum Est" und Haydns melodischem dreisätzigen "Divertimento" legten die Gäste nicht minder niveauvoll nach, um später Siebelt Meier als Solisten walten zu lassen. Bachs "Fuge in c- Moll" bot dem Kantor reichlich Gelegenheit, die Orgel in ihrem Volumen und Bach in seinen virtuos-geistreichen Details vorzustellen. "Bachy things" hieß das Notenwunder vom 1954 geborenen Posaunisten B. Lynn, in dem die Formation anschließend á la Bach filigrane Sequenzen brillant gegen wuchtige, kompakte setzte, während es im "Interludio" des im März verstorbenen F. Hidas mehr sanglich wurde. Einen hübschen Kontrast dazu bildeten die mal ruhigen, mal voller Drive steckenden "Two Pièces" (Felicity, Episode) aus der Feder des R. Premru. Einen Cocktail namens "HortusMusicus Trombonarum" (übersetzt: Musikalischer Garten der Posaune) von H. Reichardt gab es dann gegen Ende zu kosten. Mit dem nach allen Seiten hin ausgeloteten Gershwin- Porträt, das sich als Clou entpuppte, beendete das souverän und gelöst agierende "Leipziger Posaunentrio" seinen Auftritt.

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