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Kreissportbund und Rintelner Kanu-Club organisieren Kurs /Ältester Teilnehmer ist der 78-jährige Dietmar Winkler

Lehrgang für fitte Senioren: Im Kanu über die Weser

Landkreis (sig). Senioren müssen nicht im Ohrensessel vor dem Puschenkino sitzen oder untätig auf der Couch liegen. Der Kreissportbund Schaumburg hat älteren und zugleich jung gebliebenen Menschen in Zusammenarbeit mit dem Rintelner Kanu-Club (RKC) gezeigt, dass es auch für sie noch ganz andere und vor allem gesündere Freizeitbeschäftigungen gibt. Unter dem Motto "Paddeln - ein Sport für Generationen" trafen sich Senioren aus dem gesamten Schaumburger Land zu einem Schnellkurs in Rinteln.

veröffentlicht am 17.06.2008 um 00:00 Uhr

Paddeln macht Spaß! Etliche Senioren können sich nach dem KSB- u

Die umfangreichen Vorbereitungen hatten der Ehrenvorsitzende und Seniorenbeauftragte des Kreissportbundes, Friedrich Meier, und der Sportwart des KSB, Gerhard Meyer,übernommen. Die Teilnehmer kamen aus über 20 Vereinen des Kreises. Ältester Teilnehmer war Dietmar Winkler (78) vom MTV Obernkirchen. Nach der Begrüßung durch Friedrich Meier gab es im Bootshaus des Rintelner Kanu-Clubs zunächst ein stärkendes Frühstück. Anschließend begann im Clubzimmer der theoretische Teil des Unternehmens. Dabei mussten die Teilnehmer schnell erkennen, dass es nicht allein reicht, sich eine Schwimmweste anzulegen, ein Paddel in die Hand zu nehmen und ins Boot zu steigen. Auf dem Wasser herrschen nämlich aus Sicherheitsgründen auch Verkehrsregeln, die zu beachten sind, will man wohlbehalten am Ziel ankommen. Was auf einem kleinen Flussarm unter Umständen noch keine Rolle spielt, kann auf der Weser, auf der Elbe und auf dem Rhein ebenso wie an der Küste von entscheidender Bedeutung sein. Der Paddler sollte zum Beispiel wissen, was die verschiedenen Wasserzeichen bedeuten und wer die Vorfahrt hat. Die Sportboote müssen ausweichen, die Segler nicht, und auch die Fähren sind dazu kaum in der Lage. Norbert Besselmann vom gastgebenden Kanu-Club gab dazu die notwendigen Einführungen. Von Bernd Pusch kamen die Einsteigertipps für angehende Kanuten. So erfuhren die Teilnehmer, dass es inzwischen Rettungswestengibt, die sich beim ersten Kontakt mit dem Wasser sofort entfalten und dafür sorgen, dass der Kopf über der Wasseroberfläche bleibt. Wer sich bereits aufs Wildwasser wagt, der sollte spezielle Jacken anlegen, in denen sich auch ein kleines Messer befindet, falls man mit dem Boot irgendwo hängen bleibt und sich allein befreien muss. Der Bootsfahrer sollte auch wissen, dass es eine Anzahl kleinerer Flüsse gibt, die aus Gründen des Naturschutzes nicht befahren werden dürfen. Zum praktischen Teil gehörten das Vorbereiten der Boote, das Üben der Grundschläge und das richtige Steuern. Aber danach wurde es ernst für die Senioren. Sie wurden zur Anlegestelle bei der Fähre in Großenwieden gebracht. Die Boote, darunter große Kanadier, folgten auf entsprechenden Spezialfahrzeugen. Alle Akteure legten die Rettungswesten an, nahmen die Paddel in die Hand und bestiegen die ins Wasser gebrachten Boote. Erfahrene Kanuten halfen ihnen dabei und begleiteten anschließend den großen Konvoi mit seinen elf Booten sicher über die elf Kilometer lange Strecke bis nach Rinteln. In der Kaffeerunde nach der Rückkehr bekannten die beteiligten Senioren, dass sie von diesem Lehrgang beeindruckt sind und sich vorstellen können, nicht zum letzten Male in einem Boot gesessen zu haben. Friedrich Meier reichte das Dankeschön an die Rintelner Kanuten, deren Referenten und Übungsleiter weiter. Sie haben diesem abwechslungsreichen und gesunden Sport, der auch noch in späteren Lebensjahren betrieben werden kann, neue Freunde gewonnen.

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