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Positiver Einfluss von Tieren auf die Gesundheit und Lebensfreude von Senioren erlernt

Lebendiger Türöffner zur Seele der Menschen

Hameln. Tiere tun der Seele gut! Diese Erfahrung konnte das Team des begleitenden Dienstes vom Senioren- und Pflegeheim Ramsauers Mühle in Hessisch Oldendorf, Ortsteil Heßlingen, ganz praxisnah in einer internen Fortbildung machen. Viele ältere Menschen haben Tiere, ob nun ein Aquarium, Singvögel, Hunde, Katzen oder Kaninchen. Oder sie kommen sogar vom Land aus der Landwirtschaft. Gerade auf dem Lande sicherten Tiere die Lebensgrundlage in Form der Eigenversorgung. Ob Kleintier oder Nutztier, die Beschäftigung mit Tieren ist für Jung und Alt meist mit positiven Gefühlen verbunden.

veröffentlicht am 20.10.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 06:41 Uhr

Und die positive Auswirkung dieser emotionalen Bindung wurde auch in Forschungsarbeiten wissenschaftlich untersucht. Nach neueren Studien wirken Tiere in der Altenpflege wohltuend auf den Menschen: Allein durch ihre Anwesenheit wirken Tiere blutdrucksenkend, insbesondere auch bei Senioren mit Demenz oder mit Schmerzen. Tiere können eine heilsame Wirkung auf ältere Menschen mit Depressionen ausüben. Sich um ein Tier zu kümmern, kann dem Leben wieder Sinn geben. Stress und zwischenmenschliche Spannungen werden vermindert. Antriebsarme Ältere werden dazu animiert, in Bewegung zu kommen. Der Spieltrieb und die Bewegungsfreude der Tiere überträgt sich häufig auf den Menschen. Haustiere bieten Gesprächsstoff über frühere Zeiten oder aktuelle Gegebenheiten. Sie bringen die Beobachter zum Lachen und sind ein gutes Mittel gegen Langeweile. Sie sprechen einige Sinne gleichzeitig an und aktivieren somit ganzheitlich.

Tiere sind „Türöffner“ zur Seele der Menschen, sie machen keinen Unterschied, ob der Mensch alt oder jung, in irgendeiner Form eingeschränkt oder verwirrt ist.

Menschen werden angeregt, über Tiere vermehrt in Interaktion zu anderen zu kommen, die Kommunikation wird gesteigert.

Auf die Psyche der Menschen wirkt ein Tier beruhigend. Erinnerungen aus der Kindheit werden geweckt, es wird eine aktivierende und stimulierende Umgebung geschaffen, was dem Ressourcenerhalt bei Demenz dient und Unruhe mindern kann.

Die Alzheimer Forschungs-Initiative betont, dass demente Menschen oft ein deutlich verbessertes Sozialverhalten zeigen, indem sie bei der Beschäftigung mit Tieren lachen, sich anschauen und berühren. Recht schnell entsteht Vertrautheit mit den Tieren, was die Betroffenen aus ihrer Zurückgezogenheit holt. Gleichzeitig reduzieren Tiere in Pflegeheimen verbale Aggressionen und Gemütsstörungen.

Das Pflege- und Betreuungspersonal profitiert davon, dass beruflicher Stress und Arbeitsbeanspruchung trotz der eingesetzten zeitlichen und personellen Ressourcen verringert werden. Die Senioren konzentrieren sich auf die Beschäftigung mit den Tieren, sind deutlich ausgeglichener. Die Kommunikation mit den Bewohnerinnen und Bewohnern wird verbessert. Außerdem besteht die Möglichkeit, quasi „nebenbei“ weitere Informationen über die Biografie und das Verhalten und Erleben der älteren Menschen zu sammeln, um eine möglichst gute, biografiegestützte Betreuung und Pflege zu gewährleisten.

Beim Ausprobieren in der Praxis standen den Teilnehmern der Fortbildung die hauseigenen Tiere von Ramsauers Mühle zur Verfügung. In Haus und Hof leben Vögel, Meerschweinchen, Kaninchen und handzahme Schafe, die ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des begleitenden Dienstes sind.



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