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Böser Patzer der Telekom nach Anschluss-Kündigung / Bestätigung erst nach sieben Wochen erhalten

Lebender Kundin zum eigenen Tod kondoliert

Buchholz/Bonn. Dass der "Kundenservice" der Deutsche Telekom AG (Bonn) nur ungern ein Fettnäpfchen auszulassen scheint - diese Beobachtung mussten in der jüngeren Vergangenheit gleich mehrere Bürger im Schaumburger Land machen (wir berichteten). Die jüngste Panne indes dürfte an Peinlichkeit kaum noch zu überbi eten sein. Getroffen hat es diesmal eine Familie in Buchholz ...

veröffentlicht am 26.06.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Thomas Wünsche

Mit Datum vom 31. März 2008 hatte Uta Kattner den Telefonanschluss ihrer Mutter, Martha Kastning, zum nächstmöglichen Termin gekündigt. Der Grund: Die Buchholzerin ist in ein Pflegeheim gezogen. So weit, so gut. Das - böse - Erwachen ließ ganze sieben Wochen auf sich warten. Dann, am 7. Juni, zog Uta Kattner ein Schreiben der Telekom aus dem Briefkasten. Besagtes Schreiben datierte vom 18. April (!) und hatte ausweislich des Briefkopfes die Bestätigung der Kündigung zum Inhalt. So weit, so gut - noch. Denn bereits beim ersten Satz des an Uta Kattner adressierten Briefes mochte die Buchholzerin ihren Augen nicht trauen ... "Sehr geehrte Damen und Herren", heißt es da, "im Namen von T-Home möchte ich Ihnen mein Beileid zum Tod von Uta Kattner aussprechen." Es folgt das Übliche: eine Übersicht der gekündigten Leistungen und der Hinweis, dass zu viel bezahlte Entgelte gutgeschrieben werden. "Mit freundlichen Grüßen - Ralf Hoßbach, Leiter Kundenservice". - Jetzt hat Ralf Hoßbach Post aus Buchholz im Briefkasten. Gefreut haben wird ihn das Schreiben sicherlich nicht, denn sein Inhalt spiegelt den berechtigten Ärger von Uta Kattner wieder; eine Durchschrift ist überdies noch für René Obermann, Vorstandschef des Konzerns, bestimmt. "Totgeglaubte", belehrt die Buchholzerin Hoßbach in dem Brief, "leben bekanntlich länger. Ich versichere Ihnen, dass ich mich bei guter Gesundheit noch meines Lebens erfreue." Wenn er, Hoßbach, den in Kopie beigefügten Schriftwechsel aufmerksam lese, werde er verstehen, was die Autorin meint ... Nämlich: "Mit Schreiben vom 31. März 2008 habe ich den Fernsprechanschluss meiner Mutter (!) gekündigt", erinnert Uta Kattner. Und ergänzt "Es ist mir unbegreiflich, wie Sie aus dem Wortlaut meines Schreibens auf mein Ableben schließen konnten." Obendrein sei der Buchholzerin die Bestätigung der Kündigung erst am 7. Juni zugestellt worden; der Brief der Telekom indes datierte bereits vom 18. April. "Auffällig an Ihrem Schreiben ist außer der langen Laufzeit, dass er an mich (!), die angeblich Verstorbene, adressiert ist!", ergänzt die Buchholzerin. Diese Panne bestätige "den in der Öffentlichkeit verbreiteten schlechten Ruf des Kundenservices der Deutschen Telekom AG" - und sollte dessen Leiter sehr nachdenklich stimmen, so Uta Kattner abschließend. Heinrich Meuffels vom Service-Team des Teleko-Vorstandes auf Anfrage der Landes-Zeitung: "Ich kann den Vorfall nur bedauern und mich im Namen der Telekom entschuldigen." Seine Erklärung des pietätlosen Malheurs: Aufgrund der Kündigung vom 31. März sei der Name von Uta Kattner als Rechnungsanschrift in den Computer eingepflegt worden. Ein "automatisiertes System" habe dann ihren Namen übernommen und das Schreiben mit der fatalen Beileidsbekundung ausgeworfen respektive ausgedruckt. Dass dann niemand mehr draufgeschaut habe, sei ein "individueller Arbeitsfehler". Was die siebenwöchige Verzögerung betrifft, muss Meuffels allerdings passen: "Das ist sonderbar".

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