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Fionn Ziegler ist Entwicklungshelfer

Leben zwischen Armut und Karibik-Hotels

Salzhemmendorf/Santo Domingo. Lange Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, Palmen im Vorgarten, gut gelaunte Menschen an jeder Ecke – so sieht die Dominikanische Republik für den Pauschalurlauber aus. Ein bisschen wie das Paradies auf Erden. Nicht ohne Grund gern gewähltes Urlaubsziel vieler Deutscher.

veröffentlicht am 28.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 10:44 Uhr

Der Salzhemmendorfer Fionn Ziegler mit seinen Gastgeschwistern E

Autor:

Julian Mau

Auch der 22-jährige Salzhemmendorfer Fionn Ziegler entschloss sich für die Dominikanische Republik. Aber nicht zum Relaxen, sondern um zu helfen. Er entschloss sich für ein Leben abseits der Hotel-Resorts, ein Leben zwischen Menschen, wo Armut den Alltag bestimmt und nicht wie in den Hotels nebenan, ob der Cocktail im Pool oder am Strand mit Schirmchen oder ohne serviert werden soll.

Nach seiner Ausbildung zum Informatiker entschloss sich Ziegler für ein entwicklungspolitisches Jahr. „Bei der Projektauswahl waren meine wichtigsten Kriterien, dass ich mit Kinder arbeiten kann. Es sollte außerdem ein Land außerhalb Europas sein, und das Projekt musste auch stimmen“, erklärt der 22-Jährige. Mit „weltwärts“, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wurde es konkret. Neben Projekten in Südafrika, Kenia und Thailand stand noch die Dominikanische Republik auf der Wunschliste des Salzhemmendorfers. Im September hieß es Koffer packen, rein in den Flieger und in das weit entfernte Santo Domingo.

Fast zwei Monate später ist Fionn Ziegler schon voll eingespannt: „Ich richte zur Zeit eine Schulklasse für behinderte Kinder mit einem Lernprogramm ein und gebe mithilfe des Programms dann später zusammen mit zwei anderen Freiwilligen, die schon länger im Land sind, Unterricht.“ Das Lernprogramm, das er entwickelt, sollen aber auch ortsansässige Lehrer verwenden. Ein großes Problem stellt für Fionn die veraltete Hardware vor Ort dar. „Die Computer sind sehr alt. Ich versuche eine Abhilfe mit einer sogenannten Thin Client-Architektur aufzubauen. Das bedeutet, dass auf einem leistungsstarken Server alle Programme installiert sind und die Schüler die Computer nur als Eingabegeräte benutzen.“ Sollte dieses Programm in Santo Domingo erfolgreich umgesetzt werden können, dann soll es auf die Filialen im Land ausgebaut werden, erläutert er weiter.

Nach getaner Arbeit kann Fionn Ziegeler auch mal am Strand relax
  • Nach getaner Arbeit kann Fionn Ziegeler auch mal am Strand relaxen.

Das Projekt läuft bisher ganz gut, berichtet er in seinem Internettagebuch. „Nachdem ich einige Probleme mit dem Server gelöst habe, den Computerraum komplett auseinandergenommen habe, aufgeräumt, geputzt und wieder aufgebaut habe, sieht’s jetzt schon ganz gut aus. Auf acht von vierzehn Computern funktioniert der Start schon. Als nächstes bin ich gespannt, wie es aussieht, wenn jeder Computer ein Programm öffnet.“ Bisher wird noch sein Notebook als provisorischer Server verwendet, aber bald kommen schon welche aus der Heimat. „Ich bekomme von meinem Cousin Uli drei benutzte Server, da sie in einer deutschen Schule schon abgeschrieben sind.“ Damit sich der Transport aber lohne, müssten noch mehr organisiert werden, so Ziegler. „Falls jemand brauchbare/gute Hardware zur Verfügung hat. Bitte per Mail (fionnziegler @gmail.com) oder unter 05153/5494 melden.“

Denn nur so kann das Projekt des Salzhemmendorfers in der fernen Dominikanischen Republik auch umgesetzt werden und funktionieren. Und darum geht’s bei so einem Auslandsaufenthalt. Um das Helfen vor Ort und nicht um die 100 Euro Taschengeld vom Bund.



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