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CDU-Gemeindeverband unterstützt Clemens Pommerening als Bürgermeisterkandidaten

„Leben in den Orten müssen wir erhalten“

Salzhemmendorf. Volles Vertrauen für Clemens Pommerening: Einstimmig ist der Parteilose vom Salzhemmendorfer CDU-Gemeindeverband zum Bürgermeisterkandidaten gekürt worden. Pommerening tritt damit am 25. Mai gegen Karl-Heinz Grießner von der SPD an. Der Verbandsvorsitzende Eckhard Füllberg sprach zwar davon, dass erst ab dem 9. April der Wahlkampf für die Europawahl und anstehende Bürgermeisterwahl in Salzhemmendorf auf dem Wochenmarkt starte, aber die ersten Spitzen wurden schon auf der Sitzung des CDU-Gemeindeverbandes im Ratskeller Salzhemmendorf in Richtung SPD und Aktive gegeben. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich-Wilhelm Knust etwa sagte unter Hinweis auf Grießner, dass man als Bürgermeister „keinen Rentner brauche, der schon 20 Jahre krankheitsbedingt im Ruhestand ist“.

veröffentlicht am 24.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.03.2014 um 16:31 Uhr

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Schonungslos legte er die finanzielle Schieflage der Gemeinde offen. Dort sind nicht nur die rund 24 Millionen Euro Schulden in Form von Altkrediten, Kassenkrediten und Schulden bei der Wassergesellschaft, sondern auch der Sanierungsstau beim Straßenbau mit vorsichtig geschätzten sechs bis acht Millionen Euro. Die Brückenproblematik ist dabei noch nicht einmal eingerechnet. Ebenfalls großen Investitionsbedarf gibt es dazu bei der Feuerwehr, wo Fahrzeuge bis zu 40 Jahre alt sind und der Bau eines Stützpunktes in Oldendorf erforderlich wird.

Er mahnte an, dass bei steigenden Zinsen und vielleicht einmal nicht mehr so sprudelnden Steuereinnahmen auf Bundesebene die Lage noch viel dramatischer werden könnte. Finanzielle Felsen wie die Bezuschussung der Kindergärten mit über einer Million Euro pro Jahr oder die vielen Brandschutzmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden belasten den Haushalt so sehr, dass man sonst sehr eingeschränkt sei. Die Verwaltung setze nach dem Wegfall der Industrie auf den Tourismus und habe dort viel bewegen können. Es sei auch den Ideen von Bürgermeister Martin Kempe und Clemens Pommerening zu verdanken, dass der Flecken bei einem Eigenkapital von 400 000 Euro Projekte für rund 1,5 Millionen Euro von 2007 bis 2013 habe umsetzen können. Knust: Der Kandidat habe gezeigt, dass er als hoch motivierter und junger Mensch der Gemeinde helfen könne.

Clemens Pommerening nutzte schließlich die Sitzung, um seine Ziele zu vorzustellen. Dabei gab er eine erste Spitze in Richtung eines Gegenkandidaten ab. Diese galt offensichtlich Jens Kottlarz von den Aktiven Bürgern. Dem von den Aktiven als erfahrenen Vertreter aus der Wirtschaft angepriesenen Kandidaten entgegnete Pommerening, dass man die Arbeit in der Wirtschaft nicht mit der in einer Gemeinde vergleichen kann. Dort gilt es zum Beispiel, rund 70 Personen in der Personalverwaltung zu führen. Der Parteilose möchte die Gemeinde lebens- und liebenswert erhalten, wie er sagte. Ihm sei bewusst, dass momentan nur Löcher gestopft werden könnten. Die Erhöhung der Einnahmen sei ein langwieriger Prozess. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich etwa der Landkreis zukünftig stärker bei den Kindertagesstätten beteiligt und sich auch Fördermöglichkeiten für den Flecken ergeben werden. Wichtig ist ihm vor allem, dass die Infrastruktur erhalten bleibt. „Auch das Bildungsangebot bei uns ist ein Traum, was wir unbedingt erhalten sollten.“ Bezüglich der Grundschule Oldendorf will er die nächste Zeit abwarten und sie nicht auf Teufel komm raus schließen. „Noch ist Leben in den Orten – und das müssen wir erhalten“, sagte er. Bezüglich der Wirtschaft sei ihm bewusst, dass aktive Förderung finanziell nicht möglich sei. Aber die Unternehmen vor Ort müssten unterstützt werden. Er prangerte das Fehlen eines Gewerbegebietes im Flecken an. Da hat man aus seiner Sicht in den letzten 20 Jahren etwas die Entwicklung verschlafen.

In Bezug auf die Stromtrasse Suedlink und den Ausbau des Güterverkehrs mahnte er, dass im Hinblick auf den wichtigen Tourismus die Landschaft als ein großes Kapital erhalten bleiben müsse. Daher müsse man die Stromtrasse und den Ausbau des Güterverkehrs weiterhin kritisch im Auge behalten. Pommerening: „Durchrauschende Güterzüge im Fünf-Minuten-Takt wären ein Horrorszenario.“

Der Wahlkampf in Salzhemmendorf ist eröffnet: Friedrich-Wilhelm Knust und Clemens Pommerening (re.).

gök

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