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Lauter Kandidaten für die Nummer 7 000 000 000

Klick macht die Bevölkerungszählmaschine – schon wieder ein Winzling mehr auf der Erde. Das beruhigt, angesichts einer Alterspyramide, die zumindest hierzulande kopfsteht. Unsere Gesellschaft ist überaltert. Auch in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg ist die Zahl der Geburten in den letzten Jahren gesunken. Ob das für heute erwartete Baby mit der Nummer 7 000 000 000 aus der heimischen Region kommt, erscheint angesichts aktueller Statistiken eher unwahrscheinlich.

veröffentlicht am 31.10.2011 um 00:00 Uhr

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Stichtag ist der 31. Oktober: Dann soll die Zahl der Menschen die 7-Milliarden-Marke überschreiten, wie die Vereinten Nationen und die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) angeben. Zwar könnten laut UN bis zum Jahr 2100 über 10 Milliarden Menschen auf der Welt leben, das Wachstum findet dabei aber vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern wie China, Indien oder Nigeria statt. Dort soll allein in den nächsten 40 Jahren die Bevölkerung von 5,7 auf fast acht Milliarden Menschen anwachsen.

Von solchen Zuwachsraten kann man bei uns nur träumen. Der Landkreis Schaumburg hat gemessen an der Gesamtbevölkerungszahl gegenüber Hameln-Pyrmont rund 6500 Einwohner mehr. Zum Jahresende 2010 lebten 160 663 Menschen in Schaumburg. Geboren wurden im vergangenen Jahr in Schaumburg jedoch weniger Babys als in Hameln-Pyrmont.

Wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Hameln-Pyrmont 1110 Babys geboren (2008 waren es noch 1190), so rechnen die Statistiker der Kommunikationstechnologie Niedersachsen für das laufende Jahr nur noch mit 1092. Dieser Abwärtstrend wird sich nach ihren Vorausberechnungen fortsetzen: In zehn Jahren könnte die Geburtenrate auf 1024 zurückgehen, noch schlimmer sieht es in 20 Jahren aus: Nur noch 818 Babys prognostizieren die Statistiker für 2031 – das sind dann bereits 274 Geburten weniger als in diesem Jahr.

1097 Kinder kamen im Jahr 2010 im Landkreis Schaumburg zur Welt. 2008 waren es noch 1199 Neugeborene. Die Statistiken der letzten zehn Jahre weisen einen stetigen Rückgang der Geburtenzahlen auf. Im Zehn-Jahres-Rückblick sanken die Geburtenzahlen um etwa ein Drittel.

Dass die Landkreise vor dem Hintergrund abnehmender Geburtenzahlen bei den Einwohnerzahlen nicht noch mehr Federn gelassen haben, kann am sogenannten „Wanderungssaldo“ liegen, der bis auf wenige Ausreißer in den letzten 20 Jahren überwiegend im grünen Bereich liegt. Das heißt: Es gibt mehr Zuzüge als Fortzüge.

Für den Landkreis Schaumburg hat die Bertelsmannstiftung eine Prognose der Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2030 errechnet. Während in Schwellen- und Entwicklungsländern die Geburtenzahlen drastisch steigen, nimmt der Anteil der unter 2-Jährigen im Landkreis Schaumburg innerhalb der nächsten 20 Jahre um 14,4 Prozent ab. Die Schaumburger Gesamtbevölkerungszahl liegt im Jahr 2030 nach den aktuellen Prognosen bei 147 320.

Alle 2,6 Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Baby geboren. Die UN haben für heute den Stichtag festgelegt, an dem die 7-Milliarden-Marke übersprungen wird. Im Weserbergland aber kann von einer Bevölkerungsexplosion nicht die Rede sein.



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