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Verkehrszählungen im Kreis: Ergebnisse geben Schaumburgern Recht / Keine Maut auf Bundesstraßen

Lastwagen-Frequenz 2005 fast verdoppelt

Landkreis (gus). Im vergangenen Jahr haben Beschwerden aus der Bevölkerung über zunehmenden Lastwagenverkehr auf Autobahn-Ausweichstrecken bewirkt, dass die zuständigen Behörden Verkehrszählungen organisierten. Die Bürger in verschiedenen Orten im Landkreis vermuteten, dass der Anstieg auf die Lastwagen-Maut zurückzuführen war. Jetzt liegen die Ergebnisseder Zählungen vor. Der Tenor: Die Wahrnehmung der Bürger ist bestätigt worden.

veröffentlicht am 25.08.2006 um 00:00 Uhr

Die Zahlen belegen es: An einigen Messpunkten rollten in 2005 de

An allen 14 Stationen im Landkreis ist ein gesteigerter Schwerlastanteil am Gesamtverkehrsaufkommen registriert worden. Den deutlichsten prozentualen Zuwachs verzeichnete Stadthagen an der B 65 mit 12,4 Prozent Lastwagenverkehr im Vergleich zu 6,6 Prozent in 2000, dem Jahr der vorherigen Zählung. Allerdings ist die Zahl der täglichen Fahrzeuge in den fünf Jahren von 7751 auf 7481 zurückgegangen. Dennoch: In 2000 passierten täglich 512 Lastwagen den Messpunkt, im vorigen Jahr waren es 928. Ebenso drastisch war der Anstieg beispielsweise auf der B 65 bei Gelldorf (561 auf 1110), auf der B 83 bei Bückeburg (1635 auf 2362) und auf der B 442 bei Pohle (1614 auf 2364). Den geringsten Zuwachs hatte Bad Nenndorf zu verzeichnen. Durchschnittlich befuhren die B 65 dort 365 Lastwagen am Tag, fünf Jahre zuvor waren es 327. Die Zählstellen konzentrierten sich auf die drei Bundesstraßen B 65, B 442 und B 83. Rainer Feldmann von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr weist darauf hin, dass die Werte auch der "allgemeinen Verkehrsentwicklung" unterliegen. "Insbesondere an der B 442 bei Lauenau" müsse außerdem die Entwicklung des dortigen Logistikparks berücksichtigt werden. Gegen das Argument der allgemeinen Verkehrszunahme spricht jedoch, dass an fünf Messstationen die tägliche Fahrzeug-Frequenz gegenüber 2000 sogar abgenommen hat. Wie sich die Werte nach dem Aufstellen von entsprechenden Verbotsschildern an der B 65 Anfang dieses Jahres (wir berichteten) entwickelt haben, ist nicht bekannt. Zählungen sind laut Kreisverwaltung noch nicht abgeschlossen. Dennoch betont Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, dass "gute Erfahrungen mit den Schildern" gemacht worden sind. Der Lastwagenverkehr im Zuge der B 65 habe abgenommen. Allerdings seien ihm "subjektive Auffassungen" bekannt, wonach wieder mehr Schwerlastfahrzeuge auf den Bundesstraßen unterwegs sind. Der Landrat betont, dass weitere Abschnitte, darunter solche der B 83, der B 442 und der B 65, mit den Lastwagen-Verbotsschildern ausgestattet werden sollen. Werde keine Wirkung erzielt, müsse die Polizei verstärkt kontrollieren. Feldmann und Schöttelndreier gehen zurzeit nicht davon aus, dass Straßen im Schaumburger Land, abgesehen von der Autobahn, zu Mautstrecken werden. Bisher waren nach Aussage von Andreas Beuge, Pressesprecher des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, landesweit drei Ausnahmestrecken im Gespräch für die Mautpflicht. Die Anträge seien auf Wunsch der jeweiligen Kommunen zurückgenommen worden, da diese wirtschaftliche Nachteile befürchtet hätten.

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