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In Schoholtensen und Altenhagen gehört der Ehrenkreisbrandmeister zum Inventar / Priemer: "Eine Wehr, auf die Verlass ist"

"Lasst den anderen wenigsten die Vizemeisterschaft"

Schoholtensen/Altenhagen (rnk). Vor 30 Jahren, als die Kreisreform kam, war Ernst Siekmeier noch ein junger Hüpfer. Und weil auf einmal Schoholtensen zu seinem Bereich gehörte, hat der Kreisbrandmeister kurzerhand die Jahreshauptversammlung besucht und sich dort vorgestellt. Es muss ihm wohl gefallen haben: Bei der jüngsten Versammlung war Ehrenkreisbrandmeister Siekmeier wieder dabei - zum 30. Mal.

veröffentlicht am 04.01.2008 um 00:00 Uhr

Pfälzer Landwein für eine Feuerwehrlegende: Ernst Siekmeier (l.)

Auch Bürgermeister Thomas Priemer hatte den Weg ins Feuerwehrhaus gefunden: zum 6. Mal in sieben Jahren. Er hatte eine kleine Bitte: Ob es denn nicht ausreiche, dass die Wehr auf Gemeindeebene immer den ersten Wettkampfplatz belege? Da habe man sich ja dran gewöhnt, neun Mal in Folge gewonnen, tolle Sache, sicher. Aber dass nun im vierten Jahr in Folge die zweite Gruppe auch den zweiten Platz belegt habe, sei vielleicht ein bisschen viel des Guten: "Lasst doch mal einer anderen Gruppe zumindest den Vizemeistertitel." Die Wettkampfgruppen sind bestens in Schuss, auch wenn andere Ausbildungen ebenfalls zum Handwerk des Feuerwehrmannes gehören. So mahnte Ortsbrandmeister Wilhelm Riebe eine verbesserungsfähige Teilnahmebereitschaft - besonders an den Sonntagsdiensten - an, schließlich müsse ein Feuerwehrmann auch wissen, wie Funkgeräte zu bedienen sind. Ansonsten ist in Schoholtensen und Altenhagen alles in bester Ordnung. Beim Jahrhundertsturm Kyrill am 18. Januar 2007 hat auch diese Wehr gezeigt, "dass man sich auf sie verlassen kann" (Priemer), bei einem weiteren Unfall Ende Februar war die Wehr ebenfalls schnell zur Stelle, um einen Fahrer aus seinem auf eisglatter Straße in den Graben geratenen Wagen zu holen. Dabei kam es zu einem kuriosen Folgeunfall: Ein zweiter Autofahrer verlor in diesem Moment an dieser Stelle ebenfalls die Kontrolle und landete auch im Graben. Ihm hat die Wehr auch geholfen, schneller am Einsatzort sein kann man ja gar nicht. Insgesamt elf Einsätze wurden im vergangenen Jahr gefahren, neun Mitglieder haben an der Kettensägenausbildung teilgenommen, die Zahl der Dienststunden lag deutlich im vierstelligen Bereich. An den vier Zugübungen sollten die Wehr in diesem Jahr teilnehmen, riet Riebe, schließlich bestünden so die Möglichkeit, auch einmal die Zusammenarbeit im Zug und dabei auch die anderen Fahrzeuge und die neuen Kameraden kennen zu lernen. Bei den Mitgliedern, so Riebe, "sieht es nicht so rosig aus", aber immerhin drei Neue konnten in den letzten zwölf Monaten gewonnen werden. Ehrungen gab es auch: Riebe-Stellvertreter Friedrich Tadge ist seit vier Jahrzehnten im aktiven Dienst, Theodor Paepcke seit 40 Jahren Mitglied. Feuerwehrmänner des Jahres wurden Herbert Lorenz und Christian Riebe. Befördert wurden Henning Schade und Patrick Bartelt:Beide sind jetzt Feuerwehrmann. Und wenn am Ende diesen Jahres, zwischen den Tagen, die nächste Hauptversammlung ansteht, dann wird auch Ernst Siekmeier wieder kommen. Und den jungen Mitgliedern das sagen, was die lebende Schaumburger Feuerwehrlegende gerne am Anfang eines Gespräches einfach mal klarstellt: "Vergiss den Ehrenkreisbrandmeister. Ich bin der Ernst."

Herbert Lorenz
  • Herbert Lorenz
Christian Riebe
  • Christian Riebe
Friedrich Tadge
  • Friedrich Tadge
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