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"White Horse Theatre" spielt "Neighbours with Long Teeth"

Langzahnige Neubürger in der Nachbarschaft

Bückeburg (bus). Während des aktuellen Auftritts der in Solingen beheimateten Schauspieltruppe "White Horse Theatre", die in der Herder-Schule seit vielen Jahren regelmäßig gastiert, hat am Montag ein vordergründig für Dentisten interessantes Thema im Mittelpunkt gestanden. "Neighbours with Long Teeth" (Nachbarn mit langen Zähnen) hatte aber keineswegs Problemstellungen aus dem Gebissbereich zum Inhalt. Es ging um die Geschichte einer Vampir-Familie. Vordergründig.

veröffentlicht am 29.11.2006 um 00:00 Uhr

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Bei genauem Hinsehen entpuppte sich das von den Darstellern ausschließlich in englischer Sprache gespielte Stück als Parabel über eine Andersartigkeit, die zum Nachdenken über Vorurteile, Klischees und Fremdenhass animierte. Die witzig in Szene gesetzte Vampirstory rief unter der Hand die Wichtigkeit von Toleranz und Solidarität in Erinnerung, ermutigte zu demokratischen Einsichten und zum vorurteilsfreien Umgang mit anderen Gesellschaften und Kulturen. "Keine gewöhnliche Liebesgeschichte", kündigte der Sprecher an, werde den etwa 250 Schülern der neunten und zehnten Klassen vorgeführt. Der junge Rick Smith verliebt sich in Phylthia. Das Vampirmädel ist vor kurzem mit ihrem Vater in der Nachbarschaft eingezogen und hat ihrerseits ein Auge auf young Rick geworfen. Schon gehen die Probleme los. Rick fürchtet sich vor Phylthias Vater, einem 1643 geborenen Vampir alter Bissschule, der seine Blutrationen zu sich nimmt, wie Vampire das nun mal zu tun pflegen. Phylthia dagegen mag den Lebenssaft am liebsten aus der Dose. Ricks Eltern are not amused sondern "shocked" als sie von der Freundschaft erfahren. "Das sind doch Vampire und man weiß schließlich, was die tun". Als Vater Smith den Umgang mit Phylthia verbieten will, reißt Rick der Geduldsfaden und er verlässt das Elternhaus - eine junge Liebe auf dem Prüfstand, die schlussendlich die Vorurteile der blasierten Anstandsbürger überwindet. Als großer technischer Vorteil der Aufführung erwies sich der Umstand, dass die Schauspieler erstmals nicht im Forum der Herder-Schule sondern "nebenan" in der Eingangshalle der Graf-Wilhelm-Schule agierten.

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