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Von Heuschrecken, nervenden Kindern und anonymen Beschwerden

"Langsam reicht's mit der Wahl!"

Rinteln (ur). Es ist eine alte Geschichte und gerade bei den Anrufen am Redaktionstelefon nicht neu: Nachbarn beschweren sichüber Nachbarn (in diesem Fall in Obernkirchen), vermuten Rattenbefall auf deren Gartengrundstück und wollen öffentlich auf Abhilfe drängen: "Meinen Namen möchte ich aber lieber nicht nennen." Damit wird so eine Information zum Problem: Denn um uns gegen anonyme Denunziation abzusichern, brauchen wir schon "Ross und Reiter".

veröffentlicht am 13.09.2006 um 00:00 Uhr

Jürgen Evers aus Rinteln erwartet von der Politik ein schärferes Vorgehen gegen die "Heuschrecken" der internationalen Konzerne: "Die gehen in Deutschland auf Einkaufstour, plündern mittelständische Unternehmen aus und schicken sie in die Pleite." Auch bei Bessmer in Hessisch Oldendorf seien wieder Arbeitsplätze vernichtet worden: "Die EU müsste einGesetz schaffen, das solchen Existenzvernichtern auferlegt, die sozialen Folgekosten solcher Aktionen zu tragen!" Ortsbürgermeister Dieter Budde aus Goldbeck hat in unserer Statistik zur Ortsratswahl bei der Addition der abgegebenen Stimmen aus Taubenberg eine Differenz ausgemacht - nach kurzer Sichtung vermuten wir, dass diese aus der Tatsache resultiert, dass zwar alle Wahlberechtigten drei Stimmen auf Listen oder Personen abgeben können, davon aber häufig keinen Gebrauch machen. Wieland Müller aus Bad Nenndorf beklagt, dass manche Eltern bei Restaurantbesuchen mit ihren Kindernüberhaupt nicht versuchen, diese zu etwas mehr Ruhe anzuhalten: "Ich mag Kinder gern und verstehe auch, dass das Warten aufs Essen für diese sehr langweilig werden kann. Aber es geht nicht an, dass die Eltern seelenruhig zuschauen, wenn die Kinder das Lokal als Abenteuerspielplatz wahrnehmen und zwischen den Tischen Verfolgungsjagden und Versteckspiele durchführen und damit anderenGästen die Freude am Essen verderben." Man könne sich doch auf die Wartezeit einrichten, indem man ein Bilderbuch mitbringt, ein Quartettspiel oder Ähnliches: "Oft gibt es ja auch Malbogen, mit denen sich die kleinen Gäste beschäftigen können." Prinzipiell ist Ruth Keich aus Obernkirchen interessiert an Kommunalpolitik, "aber so langsam muss das mit der Wahlberichterstattung mal aufhören. Schon im Wahlkampf artete das ja manchmal in Belästigung aus, wie sich die verschiedenen Gruppen da in der Stadt nach vorne drängten. Es gibt doch so viele Themen, die für die Leser interessant sind!" Frau Keich - das sehen wir auch so. Und das wird jetzt auch weniger werden mit den Rückblicken auf die Wahl - versprochen!

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