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Langeoog

Welcher Seemann liegt bis neun im Bett? Keine Ahnung. Und warum soll der Name Juist ausnahmsweise mit „i“ und nicht mit „j“ beginnen? Vielleicht deshalb, damit die erste dieser beiden beknackten Fragen als Eselsbrücke überhaupt einen Sinn erlangt. Also noch einmal von vorn:

veröffentlicht am 05.07.2012 um 17:11 Uhr

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Autor:

Jean LeGrand

Welcher (Wangerooge)

Seemann (Spiekeroog) Liegt (Langeoog)

Bis (Baltrum)

Neun (Norderney)

Im (Juist) Bett (Borkum)

Ja, das ist die Reihenfolge der ostfriesischen Inseln, von Osten westwärts aufgezählt. Über den Seemann, der so lange poft, bis sein Kutter ohne ihn auf Walfang geht, muss man nicht lange sinnieren. Aber für Langeoog, jenes autofreie Eiland, das laut Kurverwaltung keinen Leuchtturm, sondern einen Wasserturm hat, gilt also: die Dritte von rechts. Bitte einsteigen, gleich legt die Fähre in Bensersiel ab…

…und schon ist man drüben. Ach, was für ein Strand! 14 Kilometer nichts als Freiheit. Und sogar Sandburgen dürfen gebaut werden. In dieser Hinsicht ist man der Côte d‘Azur im fernen Süden Frankreichs meilenweit voraus. Mal abgesehen von der Tatsache, dass die Strandkörbe hier auch schöner sind als deren zerzauselte Sonnenschirme. Langeoog – eine Trauminsel für Freizeit- und Freiheitssuchende.

Und warum hat sie nun keinen Leucht-, sondern einen Wasserturm? „Norderney und Wangerooge, unsere jeweils übernächsten Nachbarinseln, haben einen Leuchtturm. Dadurch ist die Orientierung für Schiffe nachts ausreichend. Durch seine markante Form fungiert der Wasserturm, der auf einer Düne steht, aber am Tage als Seezeichen“, sagt Susanne Wittenberg von der Kurverwaltung. Und weiter: „Wir haben unser eigenes Trinkwasser und keine Leitung zum Festland. Der Wasserturm fungierte früher als Speicher für 100 Kubikmeter.“ Und apropos 100: 100 Jahre ist der 18 Meter hohe Wasserturm vor einiger Zeit alt geworden. Wurde natürlich gefeiert auf Langeoog, aber nicht nur mit Wasser…

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Die Inselkonkurrenten im ostfriesischen Wattenmeer stehen in ständigem Wettbewerb. Klarer Fall, da sucht man nach Alleinstellungsmerkmalen. Eines von Langeoog ist die Höhenpromenade auf der Dünenkette. Sie soll die höchstgelegene aller Inseln sein. Für besonders schöne Aus- und Weitblicke braucht man allerdings nicht unbedingt dort zu stehen; die gibt’s auch anderswo auf der Insel oder direkt am Strand. Nordwärts breitet sich die Freiheit ins Unendliche aus, und wenn die Brandung gegen Langeoog schlägt, weißes Segeltuch zwischen Meer und Himmel ins Blaue schießt und die Sonne ihre wärmenden Strahlen über das badende Urlaubsvolk legt, dann empfinden viele ihr Langeoog als den schönsten Platz der Welt. Und oh ja, sie tut das oft, die Sonne: über 1500 Stunden im Jahr.

Nun liegt es in der Natur der Sache, dass es auf Langeoog auch mal kühler ist. Dann findet sich Gelegenheit, im Meerwasser-Brandungshallenbad an der Kurstraße abzutauchen oder man gibt sich seinen Tagträumen in der Kaffeestube He‘Tant hin, was übersetzt Hebamme bedeutet. Für Familienplanung auf Langeoog, ja, da bleibt natürlich auch Zeit. Gemütliche Unterkünfte für junge Paare, aber auch Familien, gibt es jedenfalls so viele wie Sand am Meer. Gut, das ist übertrieben, aber es gibt jedenfalls ’ne Menge.

Das alte Rettungsboot „Langeoog“ liegt längst auf dem Trockenen, mitten im Ort. Es ist ein Denkmal für die Seefahrt, für frohe Kunde und schwere Stunde. Wie einst Lili Marlen, jener Song, der ein ebensolches Schicksal bis heute in sich trägt, weil er in wirren Kriegszeiten ein Hoffnungsschimmer für Soldaten auf der ganzen Welt war. Die Sängerin Lale Andersen, die ihn bekannt gemacht hat, liegt auf Langeoogs Dünenfriedhof begraben, und unwillkürlich haben Urlauber, die davorstehen, die bekannte Melodie im Ohr.

Genauso weltbekannt ist sicher aber auch das Lied des Windes, wenn er den Strandhafer spielt oder die Takelage der Boote im kleinen Hafen. Seinen Klang hört man auf Langeoogs knapp 20 Quadratkilometern tagein, tagaus, mal klassisch-sanft, mal rockig. Man kann nicht genug davon bekommen.Von Bensersiel aus setzt die Fähre nach Langeoog über. Auch mit dem Flugzeug (von Harlesiel und Norden-Norddeich) geht’s zu diesem hübschen Eiland. Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Internetseite der Insel unter www.langeoog.de

Strandkörbe gibt es auf Langeoog wie Sand am Meer… Und das Eiland hat keinen Leucht-, sondern einen Wasserturm (l.)

Fotos: Kurverwaltung Langeoog



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