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Ministerium lehnt Schadenersatz für Schäden in Möhrenfeldern ab

Landwirtschaftsminister empfiehlt: Die gefräßigen Gänse abschießen

Zum Abschuss freigegeben: Die Gänse waren gestern noch auf Tournee. Foto: tol Strücken (wm). Seit in Hohenrode durch den Kiesabbau eine Seenlandschaft entsteht, kann der Strückener Landwirt Heinrich Schnare in jedem Frühjahr schon darauf warten, dass im Laufe mehrerer Wochen Tausende von Wildgänsen über seine Möhrenfelder herfallen (wir berichteten).

veröffentlicht am 31.01.2007 um 00:00 Uhr

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Das geht schon seit etwa drei Jahren so, und der Schaden nähert sich laut Schnare inzwischen einem sechsstelligen Bereich. Doch offensichtlich fühlt sich keine Behörde, kein Ministerium in Hannover für den Fall wirklich zuständig. Von Ursula Helmhold informiert, Ratsfrau wie Landtagsabgeordnete der Grünen, hat sich jetzt Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen zu der Sache geäußert. Er empfiehlt, die gefräßigen Gänse abzuschießen. Die Jagdzeit für die Graugans ist zwar zurzeit vom 1. November bis zum 15. Januar und vom 1. bis zum 31. August begrenzt, aber, so der Minister: "Da die von Graugänsen verursachten Schäden punktuell im Land zunehmen, strebt mein Haus eine praxisnahe Erweiterung der Jagdzeiten für diese Wildart noch in der ersten Jahreshälfte an." Außerdem weist der Minister darauf hin, dass "die zuständige Jagdbehörde schon jetzt die Möglichkeit hat, zur Vermeidung von übermäßigen Wildschäden Schonzeiten durch Verordnung vorübergehend aufzuheben". Er gehe davon aus, dass durch eine Erweiterung der Jagdzeit die Graugansbestände in dem erforderlichen Maß reduziert werden können, damit die Schäden künftig in einem tragbaren Rahmen bleiben. Abgewinkt hatte bereits Ende vorigen Jahres das Niedersächsische Umweltministerium, das im Bereich der Elbe wie im Rheiderland an Landwirte Ausgleichszahlungen leistet, wenn sie ihr Grünland als Rast- und Fressplätze für durchreisende nordische Gastvögel zur Verfügung stellen. Dabei handele es sich aber um Zahlungen auf Grund freiwilliger Vereinbarungen, nicht um Schadenersatz oder Ausgleichsmaßnahmen, so Minister Ehlen. Nach Rücksprache mit dem Umweltministerium käme für diese Maßnahmen auch nur der Küstenraum, die Unterelbe und das Biosphärenreservat Elbtalaue in Betracht. An eine Ausweitung dieses Modells auf andere Regionen sei nicht gedacht. Das Besondere an dem Hohenroder Fall: Als es noch keine Kiesteiche gegeben hat, landeten hier auch keine Gänse auf den Möhrenfeldern, erst die Wasserflächen haben die Tiere in so großer Zahl angelockt.

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