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Schöttelndreier und Drewes gewinnen / Reineking und Publikum auch / Allerhand zwinkernde Augen in der "Falle"

Landratskandidaten-Duell verbucht am Ende vier Sieger

Bückeburg (bus). Das von unserem Redakteur Ulrich Reineking am Dienstag im Gasthaus "Zur Falle" moderierte Duell der Landratskandidaten Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD) und Klaus-Dieter Drewes (CDU) hat in der Schlussabrechnung vier Sieger verbuchen können. Am Ende des im vollbesetzten Heine-Zimmer der Bückeburger Traditionsgaststätte "Falle" anberaumten Zweikampfs hatten sowohl Schöttelndreier und Drewes als auch Reineking und das Publikumgewonnen - die einen an Erfahrung, die anderen einen unterhaltsamen Abend. "Es hat Spaß gemacht", hielten die Kandidaten nach knapp zwei Stunden humoristisch geprägter Nabelschau fest.

veröffentlicht am 24.08.2006 um 00:00 Uhr

Ulrich Reineking (M.) lädt Heinz-Gerhard Schöttelndreier (l.) un

Obwohl die Bewerber mit "gespaltenen Gefühlen" (Schöttelndreier) respektive "Fragezeichen im Bauch" (Drewes) auf die Einladung des mit allerhand zwinkernden Augen fragenden Reineking reagiert hatten, erwies sich das Aufeinandertreffen als durchaus aufschlussreich. Die Kandidaten unterstrichen, dass sie das Landratsamt sehr wohl sehr ernst nähmen. Es müsse aber möglich sein, diesen Ernst auch in einem von humoristischen Erwartungen geprägten Umfeld zu deklinieren. "Sie werden hier und heute nicht erfahren, wen sie wählen sollen, sondern höchstens, mit wem es sich lohnt, ein Bier zu trinken", merkte Reineking zu Beginn des Holmgangs an. Von der Einmann-Kapelle Volker Buck wurden die beiden politischen Kontrahenten sodann mit ihren jeweiligen Lieblingshits musikalisch in Szene gesetzt. Während Drewes sich durch Baccara's "Yes, Sir, I can boogie..." liebevoll jüngerer Jahre erinnern konnte, lieferte Buck für "Charly" Schöttelndreier mit dem vergnüglich-spitzbübischen Song von "Charly Brown" eine Erklärung für dessen Spitznamen seit Jugendzeiten. "Dabei hatte ich ausdrücklich die englische Version verlangt...", schmunzelte dieser angesichts der deutlichen Worte über den leicht flegelhaften Charly. Auch als Opas auf Probe mussten sich die Landrats-Anwärter auf Reinekings Geheiß hin verdingen, der beide mit je einer schauerlich-schön kreischenden Puppe ausstaffierte. "Da könnt Ihr schon mal üben..." - ein Experiment, das damit ausging, das das eine Enkelkind durchs Publikum kreiste, das andere auf dem Boden landete. Nicht zuletzt dem Gerstensaft war es schließlich zu verdanken, dass der Abend eine überaus vergnügliche Eigendynamik entfaltete. Zwar lagen die drei Verkoster beim Sortenerkennungswettbewerb zwischen Rupp-Bräu, Hartinger und Schaumburger Pils allesamt ziemlich neben der Spur, der Alkoholgehalt der Schaumburger Brauereierzeugnisse erwiessich unterdessen als der von vielen Zuhörern gewünschte Zungenlöser. Jetzt schlüpfte das Trio in die Rolle gebeutelter Ehekrüppel und in eine imaginäre Männer-WG - Kartoffelbrei, Rotkohl und Leberkäse (Drewes) sowie Schaumburg-Lipper Hochzeitssuppe (Schöttelndreier) inklusive. Da kam Stimmung auf. Und als Reineking die Herren aufs Tanzparkett lotste - der Herausforderer gab einen schwofigen Walzer vor, der Amtsinhaber konterte mit einem flotten Rock 'n' Roll - johlten die Besucher vor Begeisterung. Als sich die Duellanten schließlich für den Tag nach der Wahl gegenseitig das "Du" in Aussicht stellten, war's das Publikum zufrieden. Da passte ein von Volker Buck gekonnt intoniertes "Bei mir biste scheen" wunderbar ins Schlussbild. Und Reinekings Prognose "Würde ich ernsthaft Landrat werden wollen, könntet Ihr beide getrost zu Hause bleiben" vermochte die jeweilige Siegeszuversicht der Amtsaspiranten und der ihnen verbundenen Zuhörerreihen nicht zu beeindrucken.

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