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Weitere Gesamtschulen "unstrittig"

Landrat: Kritik von Wilmers "unverschämt"

Landkreis (ssr). Als "unverschämte Unterstellung" hat Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD) den Vorwurf des Vorsitzenden von "WIR für Schaumburg" (WIR), Richard Wilmers, bezeichnet, der Landrat bremse den Kurs auf eine IGS aus (wir berichteten). "Für mich und meine Verwaltung ist unstrittig, dass wir weitere Gesamtschulen brauchen", stellte Schöttelndreier gestern in einer Presseerklärung klar.

veröffentlicht am 08.12.2007 um 00:00 Uhr

Wilmers hatte kritisiert, dass der Schulausschuss des Kreistags auf das Datum 1. August 2008 als angestrebten Termin für die Einrichtung neuer Gesamtschulen verzichtet hatte und zudem anstatt des Begriffs IGS lediglich allgemein den der Gesamtschule benutzt. Dies sei auf eine Intervention Schöttelndreiers hin passiert, hatte der WIR-Chef behauptet. Auch der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Eckhard Ilsemann, trat diesen Behauptungen von Wilmers nun entschieden entgegen: "Die vom Schulausschuss ausgesprochene Empfehlung war das Ergebnis der Diskussion in diesem Gremium und war in keiner Weise vorgeprägt - schon gar nicht vom Landrat, der bis auf die verwaltungsinterne Abstimmung und Unterzeichnung der Vorlage in keiner der Sitzungen dabei war." Gleichwohl, so Ilsemann weiter, habe die SPD-Fraktion das Thema am Abend nach dem Schulausschuss - also zeitlich vor den Wilmers-Äußerungen, wie Ilsemann betont - nochmals ausführlich diskutiert. Dabei sei die SPD am Ende einstimmig zu dem Ergebnis gekommen, für die am kommenden Dienstag anstehende Entscheidung im Kreisausschuss die Beschlussempfehlung zu erweitern mit dem Zusatz: "Einführung von weiteren Gesamtschulen möglichst zum 1. August 2008". Der Vorsitzende des Schulausschusses, Herwig Henke, spricht von handwerklicher Naivität, wenn der Vorsitzende von WIR glaube, auf eine Bedürfnisprüfung verzichten zu können: "Um Planungen für Gesamtschulen mit Aussicht auf Erfolg betreiben zu können, müssen wird den Bedarf wegen der Gesetzeslage konkret und aktuell - bezogen auf den jeweiligen Standort - ermitteln. Das auch schon, um die Auswirkungen auf andere Schulen schlüssig darlegen zu können. Ohne eine derartige Prüfung wäre jeder Antrag von vorne herein zum Scheitern verurteilt." Aus Sicht von Schöttelndreier gibt es nur eine Erklärung für die öffentlichen Äußerungen des Vorsitzenden von WIR: Angesichts einer veränderten landespolitischen Diskussion um Gesamtschulen sehe Wilmers "offensichtlich seine ,politischen Felle' davonschwimmen". Durch die zu erwartende breite Mehrheit für Gesamtschulen im Kreistag sei Wilmers "vermutlich sein ideologisches Feindbild verloren gegangen". Nur so sei zu erklären, "dass er sich in dieser Weise in Szene setzen will". Schöttelndreier habe darüber hinaus kein Verständnis dafür, dass der WIR-Vorsitzende verbal gegen die Schulleiter der Gymnasien "schießt". Es helfe in keinster Weise, wenn dieser Fronten zu seinen ehemaligen Kollegen anderer Schulformen aufbaue.



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