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Aufgeregte Stimmung im Bad Nenndorfer Bauausschuss - Planer sieht Vorschlag der Kaufleute kritisch

Landkreis zu B 65: Schluss mit neuen Varianten

Bad Nenndorf (rwe). Der Landkreis Schaumburg will einen Punkt hinter die Debatte um den Ausbau der Bundesstraße 65 am Knotenpunkt Drei Steine setzen. In der Sitzung des Bad Nenndorfer Bauausschusses hat Kreisbaudezernent Karl-Erich Smalian die derzeit "bevorzugte Variante 4" als Redaktionsschluss verkündet. Diese will er im April mit dem Straßenbauamt endgültig abstimmen.

veröffentlicht am 29.02.2008 um 00:00 Uhr

So sieht die "Variante 4" am Knotenpunkt Drei Steine offiziell a

Neue Lösungen, wie sie etwa den Kaufleuten in der Kurstadt vorschweben, sollen erst wieder im offiziellen Planfeststellungsverfahren im nächsten Jahr behandelt werden. Bei den örtlichen Politikern sind die Meinungen zum Entwurf geteilt, allerdings lehnen sie geschlossen die Beteiligung von 3,22 Millionen Euro ab. Wohl dem, der seine Schäflein weitgehend im Trockenen hat. Tankmar Eisfeld gehört zu denjenigen, die sich bei der aufgeregten Debatte die Ruhe im Forum des Gymansiums entspannt zu Wort melden konnten. Als Vertreter der Anlieger-Bürgerinitiative B 65 sprach er von einem "sinnvollen und guten Ergebnis". Von diesem Punkt ist Tankstelleninhaber Wolfgang Seifert meilenweit entfernt. Und die Debatte am Mittwoch deutet darauf hin, dass seine von vielen Kaufleuten unterstützte "Variante 5" (wir berichteten) wohl den Zeichentisch der Ingenieure kaum erreichen dürfte. Denn Matthias Mueller vom Planungsbüro Kirchner hielt den Vorschlag, die neue Bundesstraße auf der Trasse der jetzigen B 442/Rodenberger Allee zu bauen, für technisch nicht machbar. Die Topografie spreche dagegen, für den Zubringerkreisel vor Rodenberg mü sste das Erdreich um vier bis sechs Meter aufgeschüttet werden. Zudem sei bei dieser Lösung mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Bauphase zu rechnen. Da bietet die "Variante 4", die den Knotenpunkt in die Felder legt, mehr Komfort. Mueller erklärte den Mitgliedern und knapp 70 Zuhörern, wie sich die Planung in entwickelt hatte. Am 7. Januar hätten Vertreter der Kommunen laut Kreisbaudezernent Karl-Erich Smalian eine "einhellige Lösung" gefunden. Der Landkreis habe daher einen Redaktionsschluss beschlossen. Die Nenndorfer Wunschliste aus der Versammlung vergangenen September in der Wandelhalle sei in die Pläne eingeflossen. Ganz so einverstanden mit der offiziellen Darstellung zeigte sich der SPD-Ratsherr Volker Busse nicht. Die Teilnehmer seien in der Konferenz in 30 Minuten auf den favorisierten Vorschlag "festgenagelt" worden. "Wir konnten gar nicht reagieren", so Busse, wobei ihn Parteifreund Herbert Kruppa unterstützte Da war CDU-Ratsfrau Cornelia Jäger anderer Meinung. Die Variante sei den Bad Nenndorfer Vorstellungen entsprechend ausgearbeitet und löse vieles besser. Ihr Fraktionskollege Martin Balke forderte, nicht mehr an dem Entwurf "rumzumäkeln". Dieser sei "schlüssig und topografisch machbar". Die Stadt habe vieles erreicht. Am Ende empfahl der Bauausschuss mit acht Stimmen bei einer Enthaltung, die 800 000 Euro an Extrakosten zuübernehmen, um die neue B 65 - weiter als vom Bund getragen würde - in Richtung Erlengrund zu verschwenken. Zudem soll der Landkreis prüfen, ob sich die vorliegende Variante 4 modifizieren und mehr in Richtung alter B 442-Trasse verlegen ließe. "Da dürfte nichts gegen sprechen", sagte Busse. Diese Lösung käme der Seifertschen "Variante 5" zwar ein paar Meter entgegen, doch der Tankstellenbetreiber blieb mit seinen Sorgen vor Kaufkraftverlusten weitgehend ungehört. Zwar unterstützte FDP-Ratsherr Andreas Fedler dessen Idee, durch ein eigenes Gutachten die zu erwartenden Verkehrsströme und die Folgen für Bad Nenndorf untersuchen zu lassen, aber es blieb bei Worten. Auch Frank Steen (WGN) meinte, die Politik sollte die Bedenken der Geschäftsleute ernst nehmen. Der Vertreter der Wählergemeinschaft hielt es für möglich, mit geringem Aufwand auf der Trasse die geplante Rad- und Fußgängerbrücke zwischen Rodenberg und Bad Nenndorf auch für Autos anzulegen. "Wenn wir die Probleme lösen, dann für alle." Im Beschluss des Ausschusses fand sich sein Vorschlag aber nicht wieder.



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