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Die Damen der Wandergruppe des Springer Landfrauenvereins informieren sich

Landfrauen im Funkhaus

SPRINGE/HANNOVER. Die Damen der Wandergruppe des Springer Landfrauenvereins wollten schon immer einmal wissen, wo der Moderator sitzt, den sie täglich bei NDR 1 hören und wie es im Fernsehstudio von Hallo Niedersachsen aussieht. Darum besuchten sie mit 50 Personen das Landesfunkhaus in Hannover und blickten hinter die Kulissen des NDR.

veröffentlicht am 14.03.2017 um 13:51 Uhr

Die Herren Gerlach und Schubert erwarteten sie. Im kleinen Sendesaal aus dem Jahre 1950 – von Peter Maffay einst als klingende Heizdecke bezeichnet – führten sie die Herren in die Geschichte ein, die für das Radio 1923 begann. Im Auftrag von Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels wurde 1933 der sogenannte Volksempfänger entwickelt – Radios wurden erschwinglich: 76 Reichsmark kosteten die Apparate. Das Programm wurde von Goebbels persönlich kontrolliert, um alle auf den „Führer“ einzuschwören. Ab 1945 schafften die Alliierten die Basis für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der zur Objektivität, Neutralität und Meinungsfreiheit verpflichtet ist. Von 1945 bis 1956 bestand der NWDR, der sich dann aufgliederte in NDR und WDR. Michael Thürnau als Radioredakteur bei NDR 1 Niedersachsen und Moderator der Umweltlotterie Bingo begrüßte die Damen vor dem großen Sendesaal. In der kompetenten, humorvollen Diskussion wurde von den Landfrauen bemängelt, dass der NDR in Hannover zu wenig präsent sei. Doch vieles kommt direkt aus der niedersächsischen Landeshauptstadt. Die regionale Berichterstattung der Hörfunk-Landesprogramme wird für das jeweilige Sendegebiet produziert und ausgestrahlt. Ein Besuch im Selbstfahrerstudio machte die Landfrauen mit Andreas Kuhnt bekannt. Der Moderator bedient („fährt“) dabei weite Teile der Technik selbst – also Mischpult und Systeme, von denen die Musik oder die Beiträge kommen. Rund 60 Millionen Menschen hören in Deutschland täglich Radio – im Norden sind es mehr als zehn Millionen von denen ein Drittel NDR 1 Hörer sind im Alter um 50: Also nicht mehr der typische Hausfrauensender. Tonbänder sind Geschichte. Seit 2001 ist alles komplett digitalisiert: Heute stehen 6000 Titel zur Verfügung.

Als politischer Auftrag der öffentlich rechtlichen Fernseh und Radiosender wurden die Landesprogramme installiert. Auch das Fernseh-Regionalprogramm „Hallo Niedersachsen“ wird in Hannover produziert. Das Studio erstaunt die Besucherinnen – unerwartet klein und optimal gestaltet. Bei Kaffee und Kuchen in der Kantine endet ihr hochinteressanter Nachmittag im Landesfunkhaus.PR



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