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Landfrauen erkunden Lüntorf

HAMELN. An einem verregneten Samstag machten sich die Hamelner Landfrauen auf den Weg, das Dorf Lüntorf zu besichtigen.

veröffentlicht am 14.05.2019 um 12:12 Uhr

Alle angemeldeten Frauen trafen sich in Regengarderobe am Dorfgemeinschaftshaus, Buchhorststraße 22 in Lüntorf. Nach der Begrüßung durch Petra Hilty übergab sie das Wort an die Lüntorfer Landfrauen, Ursula Wegner, Anita Sander, Waltraud Bergmann und Sophia Küster. Ursula Wegner erzählte vorab, wie das Dorf entstanden ist: Lüntorf ist das südlichste Dorf der Gemeinde Emmerthal und liegt dicht an der Grenze zum Kreis Holzminden. Der Ortsname entstand aus dem altdeutschen Wort Luhen oder Lühen und bedeutet „sumpfiges Walddorf“. Das Urdorf soll in einem sumpfigen Waldgebiet Richtung Grohnde gelegen haben. 1349 wird Lüntorf erstmals urkundlich im Amt Grohnde erwähnt.
Der Ort hat 506 Einwohner und ein intaktes Vereinsleben mit Freiwilliger Feuerwehr, die 1934 gegründet wurde und vom Ortsbrandmeister Ulrich Vogt geführt wird. Einen Turn- und Sportverein mit 200 Mitgliedern, einen gemischten Chor, einen Schützenverein und DRK-Ortsverein. Ganz wichtig ist Sophia Küster zu erwähnen, dass es einen Carnevalsverein gibt, der 1963 gegründet wurde. Der Weg führte durch enge schmale Gassen, vorbei an einem, von noch vier landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben, einer Schlosserei, einem Garten- und Baumpflegeunternehmen, einer Tischlerei, einem Kfz Handel und einem Schau- und Werbegestaltungsgeschäft. Zwischen vielen alten Häusern, die schön restauriert worden sind, stehen auch immer mal wieder ganz neue Wohnhäuser. Der Weg endete in der Kirche, die um 1618 erbaut wurde. Im Innenraum erklärte uns Anita Sander, dass Altar, Taufstein und Kanzel aus dem 17. Jahrhundert stammen und 1812 wurde das Kirchenschiff um den Altarraum verlängert. Der Flügelaltar aus Eichenholz mit bemalten Altarbildern ist um 1520 entstanden. Die wertvolle Furtwängler-Orgel von 1879 steht nach ihrer Renovierung unter Denkmalschutz. Dicht hinter dem Haupteingang des Lüntorfer Gotteshauses würde eine Pilgerecke eingerichtet, denn Lüntorf liegt am Pilgerweg Loccum-Volkenroda. Übrigens ist zu erwähnen, dass die Kirche bis 2018 keinen Namen hatte, dieses wurde dann mit einer großen Feier vorgenommen und sie heißt jetzt „Christus-Kirche“.

Die Wanderung führte danach etwas bergan zum Hof von Anita und Wilhelm Sander, dieser bietet heute Ferienwohnungen und ein Heuhotel an. Auf dem Rückweg standen die Damen vor dem „Lüntorfer Eisenbahn-Denkmal. Peter Grützmacher, gelernter Dampflokschlosser hat sich diesen Traum im Alter erfüllt, die Lok stammt aus der Maxhütte Sulzbach-Rosenberg und der Personenwaggon vom „Rasenden Roland“ auf Rügen.

Im Dorfgemeinschaftshaus angekommen, erwartete Waltruad Bergmann die Landfrauen mit einer schön gedeckte Kaffeetafel. Petra Hilty, Vorsitzende vom Landfrauenverein Hameln, bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei den Landfrauen aus Lüntorf und richtete sich an Ursula Wegner mit den Worten: „Als ich dich gefragt habe, ob wir uns euer Ort ansehen können, hast du geantwortet: Was wollt ihr in Lüntorf, da gibt es doch nichts? Nach unserer Wanderung sind wir alle erstaunt, was so ein kleines Dorf zu bieten hat und fahren alle froh nach Hause, weil wir glücklich sind, uns Lüntorf angesehen zu haben.“



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