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Besuch von Colmar, Straßburg und Fahrt durch die Vogesen / Fünf Tage Erholung pur vom hektischen Alltag

Landfrauen entdecken gemeinsam das Elsass

Springe. Der Landfrauenverein Springe plante als Höhepunkt des Vereinsjahres, quasi zur Erholung der stets beruflich sehr engagierten Mitglieder, eine fünftägige Reise durch das Elsass.

veröffentlicht am 18.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 05:21 Uhr

Das Interesse daran war groß. In zwei Bussen fuhren die rund 80 Teilnehmer Richtung Oberharmersbach im Schwarzwald. Sylke Herbst und Gabriele Witte hatten die Tour geplant und hervorragend begleitet.

Durch die lichten fruchtbaren Rheinauen führte die Fahrt ins Elsass vorbei an Feldern mit Topinambur, aus deren Knolle Kartoffelschnaps hergestellt wird. Auch Tabakanbau bestaunten die Landfrauen. Teilweise waren die Blätter schon gepflückt und trockneten in alten hölzernen Speichern. In Frankreich umsäumen unendliche Maisfelder die Straßen. Aus den Fasern der Maispflanze werden dort auch Baustoffe erstellt. Und die Landfrauen fuhren entlang großer Weißkohlfelder, die elsasser Küche hat zahlreiche Sauerkrautspezialitäten. Der Name Elsass leitet sich möglicherweise von althochdeutsch ali-saz (Fremdsitz) oder vom Fluss Ill ab und entstand in der Zeit nach dem Sieg der Franken über die Alemannen im Jahr 496, als das linke Rheinufer zwischen Basel und der Pfalz zum fränkischen Herzogtum wurde.

Colmar war das erste Ziel in Frankreich. Als drittgrößte Stadt des Elsass gilt Colmar als eines der attraktivsten Ausflugsziele in der Region. Ein Rundgang durch die unversehrte Altstadt führt die Damen vorbei am Kopfhaus, ein mit über 100 Köpfen verziehrtes Gebäude, zur Dominikanerkirche. Dort findet sich Martin Schongauers „Madonna im Rosenhag“. Weiter ging’s zum Martinsmünster mit wertvollen Glasfenstern und zum idyllischen Gerberviertel, dem Klein-Venedig am Flüsschen Lauch. Am Ufer befinden sich farbenfrohe Fachwerkhäuser mit üppigem Blumenschmuck. Im ehemaligen Dominikanerkloster, dem Unterlindenmuseum, befindet sich in der ehemaligen Klosterkapelle der Isenheimer Altar, dessen Gemälde Matthias Grünewald zugeschrieben werden und dessen geschnitzte Figuren von Nicolas de Hagenau stammen. Der acht Meter hohe Flügelaltar wird imposant in verschiedenen Altargemälden präsentiert.

Gestärkt mit einem Flammkuchen erwartete die Damen dann der Weinort Dambach-la-Ville. Im Weinkeller aus dem 17. Jahrhundert testen sie den Unterschied des Geschmacks eines Rieslings, der auf Granitboden wächst zu einem, der auf Tonerde gewachsen ist, bevor sie mit einem kleinen Zug durch die malerischen Weinberge starteten.

Am 3. Tag besuchten sie den Mont Sainte-Odile, eine e Wallfahrtsstätte. In langen Kurven windet sich die Zufahrtsstraße durch Wälder in die Höhe. An mehreren Stellen passiert die Straße einen Mauerwall – die Heidenmauer, eine über 10 km lange, teilweise bis zu drei Meter hohe Steinmauer rund um den höchsten Teil des Odilienberges. Sie gilt als wichtigstes Bauwerk aus vorgeschichtlicher Zeit im Elsass.

Auf dem Terminkalender stand dann eine Stadtrundfahrt in Straßburg durch die Altstadt vorbei am Europaparlament, unter die gedeckte Brücke und ehemalige Stadtmauer vorbei. Auf dem Münsterplatz bewunderten sie das älteste Fachwerkhaus „Maison Kammerzell“ und das Wahrzeichen der Stadt, das Liebfrauenmünster mit seinem 140 Meter hohen Turm, der gotischen Hauptfassade mit der Fensterrose und der astronomischen Uhr im Inneren aus dem 16. Jahrhundert. Täglich ziehen um 12.30 Uhr die 12 Apostel am segnenden Christus vorbei. Am 4. Tag gab es einen Abstecher nach Rosheim, zur romanischen Kirche Sankt Peter und Paul mit ihrem achteckigen Turm. Und dort hatten die Landfrauen auch Zeit zum Einkauf in einer der verführerischen Patisserien. Ein für den Busfahrer zwingender Stopp war am Kayserberg geboten. Der Mut zur Farbe mit lauschigen Winkeln begeisterte die Reisenden. In der wunderschönen Altstadt inmitten von Weinbergen prägen reich verzierte Fachwerkhäuser und schöne gotische und aus der Renaissance stammende Bürgerhäuser das Stadtbild. Doch es hieß nur „Kamera zücken, abdrücken und weiter“, es gab keine Zeit zum Testen der exzellenten Obstbrände.

Auf der Kammstraße gelangten die Reisenden zum 1159 m hohen Bergpass. Zu beiden Seiten des Vogesenkamms gibt es Bergseen. Die Wiesen sind im Frühjahr übersät mit wilden Narzissen, im Winter gibt es hier ein prächtiges Skigebiet. In 1350 Meter Höhe gab es für die Landfrauen ein dort typisches Melkeressen: geräuchertes Schweinefleisch mit Kartoffeln, die lange im Ofen mit viel Butter und Speck schmoren und frischem Salat. Mit dem Blick auf viele Storchennester verabschiedeten sich die Landfrauen von Frankreich und denken noch gern an diese wunderbare Stippvisite mit der Option auf Wiederholung.



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