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Besuch der Hildesheimer Neustadt mit Kehrwiederturm und viele interessante Informationen von Gudrun Kreier

Landfrauen besichtigen Magdalenengarten

Springe. Hildesheim war das Ziel der Wandergruppe des Springer Landfrauenvereins. Auch Mitglieder aus Flegessen, Brullsen und Hachmühlen waren begeistert. Landfrau Gudrun Kreier brachte dabei ihr Wissen als Gästeführerin des Calenberger Landsommers ein.

veröffentlicht am 18.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:41 Uhr

Ursprünglich um Prostituierte von der Straße zu holen, wurde am damaligen Stadtrand von Hildesheim, an der Innerste, das Kloster St. Maria Magdalena (Süsternkloster) im Jahre 1224 gegründet. Dort vor der Stadtmauer am Rande des Michaelishügels, der ursprünglich zur Versorgung der Klosterangehörigen mit Obst und Gemüse genutzt wurde, entstand der Magdalenengarten. Den nördlichen Abschluss bildete von Anfang an ein Weinberg. Um 1720 wurde ein barocker Schmuckgarten angelegt, der damals größte, blumenreichste Garten in Hildesheim.

Vorbei an der Magdalenenkirche mit dem Elfenaltar aus Lindenholz und dem silbernen Schrein der Bernwards- reliquien gingen die Landfrauen an der Dammstraße zur Bischofsmühle. Hier entstand bei einer notwendigen Erneuerung des Innerste-Wehres im Jahre 1982 eine Wildwasserstrecke, wo jährlich Slalom- und Wildwasser-Regatten bis hin zu Ranglisten-Wettfahrten des Deutschen-Kanu-Verbandes stattfinden.

Auf dem Langelinienwall, dem 1. Verteidigungsgraben am Calenberger Graben, erklärte Gudrun Kreier auch den Begriff Eklektizismus: Viele Häuser, die dort sehen, beinhalten Elemente verschiedener Epochen.

Rosen schmücken die Statue im Magdalengarten.

Vorbei am Bernwardkrankenhaus führt eine Treppe zur Straße „Klein Venedig“ und zur Brücke über den Mühlengraben. Links die Justizvollzugsanstalt und die Godehardikirche. Sie wurde von Bischof Bernward 1133 im romanischen Stil erbaut und blieb im Krieg fast unzerstört. Über den Lappenberg, die ehemals ärmste Gegend, fällt der Blick der Landfrauen auf den Kehrwiederturm. Es ist der letzte noch erhaltene Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung und wurde vor 1000 Jahren als einer der vier Tortürme der Neustadt als „Hohnser Tor“ erbaut. Der Sage nach verirrte sich ein edles Fräulein aus Hildesheim im Wald, der im Mittelalter noch bis unmittelbar an die Stadt heranreichte. Durch das Läuten einer Glocke im Turm fand es den Weg zurück in die Stadt.

Eingekehrt wurde schließlich im „Kafenion“. In mehreren Etagen sitzt man dort wie in Omas guter Stube und wird mit selbst gebackenem Kuchen und klassisch aufgebrühtem Kaffee verwöhnt.

Am „Hinteren Brühl ist das „Wernersche Haus“, eines der schönsten erhalten gebliebenen Fachwerkgebäude der Altstadt Hildesheims, zu sehen. Das denkmalgeschützte Renaissancegebäude überstand den 2. Weltkrieg unbeschadet. So konnten sich die Landfrauen vorstellen, wie schön das historische Stadtbild von Hildesheim bis zu seiner Zerstörung am 22. März 1945 gewesen sein muss.



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