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Synode legt einjährigen Streit in Einmütigkeit bei / Bischof: "Brücke über Graben bauen" / Umgehende Auschreibung

Landeskirche sucht nach einem neuen Präsidenten

Lindhorst (ssr). Der Konflikt ist beigelegt: Einmütig hat die Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe auf ihrer Frühjahrsitzung am Sonnabend in Lindhorst beschlossen, den vakanten Posten des Präsidenten im Landeskirchenamt wieder zu besetzen. Damit ist ein einjähriger heftiger interner Streit darüber zu Ende gegangen, ob das Amt nicht auch ehrenamtlich geführt werden könnte. Ausschlaggebend war die Einsicht, dass auch eine kleine Landeskirche, will sie eigenständig bleiben, ohne Volljuristen an ihrer Verwaltungsspitze nicht auskommt.

veröffentlicht am 23.04.2007 um 00:00 Uhr

Dass der innerkirchliche Konflikt außergewöhnlich heftig gewesen war, zeigte ein Appell, den Landesbischof Jürgen Johannesdotter in seinen Bericht eingebaut hatte: Bei der Entscheidung zur Wiederbesetzung des Postens und bei der Präsidentensuche "lassen Sie uns um Sorgfalt und um besonnene Entschlossenheit bemühen, die eine Brücke baut über den Graben, der sich zeitweise aufgetan hat", rief er den Synodalen zu. Auf die Eigenheiten der schaumburg-lippischen Kirchenszene anspielend, setzte er hinzu: "Wegen der kurzen Entfernungen kann sich eine kleine Landeskirche nicht ganz so viel Streit leisten wie ihn größere Einheiten beinahe zwangsläufig manchmal in Kauf nehmen müssen. Wir tagen zwar auch nur zweimal im Jahr als Synode, aber wir sehen uns oft genug auch zwischendurch", umriss er die gelegentlich familiär anmutende Binnenstruktur der kleinen Landeskirche. Ausschlaggebend für den Beschluss, doch einen neuen Präsidenten zu suchen, war das Ergebnis eines Gutachtens des Kirchenrechtlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dieses hatte grundlegend in Zweifel gezogen, dass eine eigenständige Landeskirche, und sei sie noch so klein, ihre Aufgaben umfassend erledigen könne ohne einen Juristen an ihrer Verwaltungsspitze. Ohne Debatte und einstimmig beschloss die Synode, die Präsidentenstelle "umgehend" auszuschreiben. Ein Datum für die Wiederbesetzung wurde aber nicht genannt. Das Kirchenparlament richtete einen sechsköpfigen Ausschuss ein, der zunächst ein auf die Bedürfnisse des Bückeburger Kirchenamtes zugeschnittenes Aufgabenprofil erstellen und dann auch Kandidaten suchen soll. In beiden Fällen arbeitet der Ausschuss dem Landeskirdchenrat zu, dem leitenden Gremium der Landeskirche, der die Federführung behält und der Synode letztlich einen oder mehrere Kandidaten vorschlagen muss. Es besteht das Ziel, die Wahl spätestens Ende November abzuhalten. Denn danach tritt wegen der im Herbst anstehenden Synodenwahl eine neues Kirchenparlament zusammen. Die Zusammensetzung des Findungsausschusses spiegelt das Bemühen wieder, exponierte Vertreter beider Seiten einzubinden. Gleichsam von Amts wegen gehören der Landesbischof sowie der derzeitige Geschäftsführer im Landeskirchenamt, Werner Führer, dazu. Berufen wurden die beiden Initiatoren der Vakanz-Phase, der frühere Stadthäger Bürgermeister JürgenHoffmann und der Meinser Pastor Ulrich Hinz. Komplettiert wird die Runde durch Synodale, die von Anfang an Befürworter einer Wiederbesetzung waren, nämlich durch die Vize-Synodenpräsidentin Eike Höcker sowie durch den Vorsitzenden des Fiannzausschusses, Horst Priebe.



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