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Fall Führer: Rechtsstreit schwelt weiter

Landeskirche scheitert mit Suspendierung

Bückeburg (ssr). Schwere Schlappe für die Leitung der Schaumburg-Lippischen Landeskirche: Diese hat ihre gegen Oberlandeskirchenrat Werner Führer ausgesprochene Suspendierung auf Beschluss des zuständigen kirchlichen Rechtshofes zurücknehmen müssen. Der Rechtsstreit schwelt weiter - mit offenem Ende. In dem Beschluss des Rechtshofes, der unserer Zeitung vorliegt, ist von schweren Zerwürfnissen zwischen Landesbischof Jürgen Johannesdotter und Führer zu lesen (siehe Kasten).

veröffentlicht am 08.09.2007 um 00:00 Uhr

Führer war am 5. Juni von seiner Funktion als Theologischer Oberlandeskirchenrat suspendiert worden. Anlass waren seine öffentliche Forderung nach Rücktritt der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann wegen deren Scheidung, aber auch andere, weiter zurückliegende spektakuläre öffentliche Erklärungen Führers ohne vorherige Abstimmung. Doch die Suspendierung war laut Beschluss des dienstrechtlich zuständigen Rechtshofes der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen rechtswidrig, und zwar wegen Unverhältnismäßigkeit. Die Kirchenleitung musste die Suspendierung daraufhin zurücknehmen. In der Folge hat die Kirchenleitung offenbar erwogen, Führer dienstrechtlich in den "Wartestand" zu versetzen. Vor der Einleitung eines solchen Verfahrens hat der juristische Vertreter Führers, der Karlsruher Rechtsanwalt Professor Christian Kirchberg, schriftlich gewarnt. Dieser Versuch, Führer "auf kaltem Wege weiterhin (vorläufig) vom Dienst zu suspendieren", sei inakzeptabel: "Das wird Herr Dr. Führer nicht hinnehmen." Kirchberg sagte der Kirchenleitung in diesem Fall vor dem Rechtshof eine weitere Niederlage voraus - und ließ die Kirchenleitung schriftlich wissen, dass er juristisch tätig werde, wenn Führer nicht spätestens am Montag, 10. September, wieder "seine Tätigkeit im Landeskirchenamt ausüben darf". Auf Anfrage relativierte Kirchberg gestern, Führer wolle "keine Ultimaten stellen" und daher vorläufig auf einen Amtsantritt verzichten. Genauso wenig wie Kirchberg teilte Johannesdotter gestern etwasüber den Inhalt dieses Beschlusses mit. Die Versetzung in den Wartestand sei nicht die einzige Option, ließ er auf Anfrage durchblicken. "Von den Anwälten werden verschiedene Möglichkeiten ausgelotet."



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