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Synode strebt Beschluss für Frühjahr 2010 an / Kirchenbasis soll diskutieren

Landeskirche plant mittelfristigen Abbau von sieben Pfarrstellen

Bückeburg (ssr). Die Schaumburg-lippische Landeskirche hat einen Prozess eingeleitet, die Zahl ihrer Pfarrstellen zu verringern. Auf der Tagung der Landessynode am Wochenende in Bückeburg hat die Kirchenleitung einen Vorschlag unterbreitet, der die Reduzierung der Gemeindepfarrstellen von derzeit 37 auf 30 vorsieht - das entspräche einem Abbau um 20 Prozent. Dieser Plan soll unter Mitwirkung aller Gemeinden breit diskutiert und - in dieser oder in abgeänderter Form - voraussichtlich im Frühjahr 2010 verabschiedet werden.

veröffentlicht am 17.11.2008 um 00:00 Uhr

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"Wir werden weniger." In diesen Satz kleidete Kirchenamtspräsident Sebastian Geisler den Beweggrund für das Abspecken bei den Pfarrstellen. Dabei sei weniger die Zahl der Kirchenaustritte, sondern vielmehr der demografische Wandel maßgebend. Damit zusammenhängend spielten die langfristig schmaler werdenden finanziellen Mittel eine Rolle, so Geisler. Die Schaumburg-lippische Landeskirche leite damit einen Prozess ein, den einzuschlagen die meisten anderen Landeskirchen viel früher gezwungen waren, betonte Landesbischof Jürgen Johannesdotter. Wenn die hiesige Landeskirche in den Planungen künftig 1900 Mitglieder für eine ländliche und 2100 für eine städtische Gemeinde als "Standardgröße" für eine Pfarrstelle definiere, "dann beneiden uns andere Landeskirchen umdiese relativ niedrigen Zahlen", sagte Johannesdotter. Etliche der schaumburg-lippischen Pastoren nehmen freilich zusätzlich Sonderfunktionen wahr, etwa als Schulpastor oder Gefängnisseelsorger. Diese Stellen spielen in dem Vorschlag keine Rolle und müssen ebenfalls neu geordnet werden. Der Vorschlag der Kirchenleitung gewährleistet laut Geisler, dass weiterhin "in jedem Pfarrhaus neben der Kirche" ein Pastor präsent wäre. An etlichen Stellen wäre künftig gemeindeübergreifende Kooperation angesagt - nach Auffassung Johannesdotters eine Chance, dass "unterschiedliche Stärken sich ergänzen". Die Belastungen der Pastoren würden durch den Vorschlag gerechter verteilt. Die Synodalen diskutierten nichtüber den Inhalt des Papiers. Über eine "notwendige Umgestaltung der Pfarrstellen", um die Kirchengemeinden "zukunftssicher" zu machen, so die Beschlussvorlage des Synodenpräsidiums, bestand offenbar Einigkeit. Der Vorschlag der Kirchenleitung (siehe Kasten) gilt als ergebnisoffene Diskussionsgrundlage. Mit 25:2 Stimmen beschloss die Synode, das Papier den Kirchengemeinden zuzuleiten. Diese sollen bis Ende März 2009 Stellungnahmen abgeben. Für die Frühjahrssynode im Mai 2009 ist zudem eine Anhörung vorgesehen. Auch der daraus resultierende Plan soll an der Basis diskutiert werden, bevordie Synode im Frühjahr 2010 eine Stellenplanung beschließt. Die Umsetzung von Stellenstreichungen nähme sodann etliche Jahre in Anspruch. Denn Pastoren sind als Kirchenbeamte unkündbar. Pfarrstellen könnten also nur wegfallen, wenn der Amtsinhaber ausscheidet oder auf eine andere freigewordene Stelle wechselt.



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