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Forst baut Furten durch Möllenbecker Bach - bessere Lebensbedingungen für Bachflohkrebse

Land investiert 10 000 Euro in naturnahen Bach

Möllenbeck (la). "Die Fließgewässer in unseren Wäldern sind noch sehr naturnah", stellt Christian Weigel, Leiter des Forstamtes Hessisch Oldendorf, zufrieden fest. Diese naturnahen Bachstrukturen müssten aber unbedingt erhalten werden, da schon außerhalb des Waldes immer mehr Bäche begradigt würden und so der Lebensraum für Fließgewässerorganismen wie Eintagsfliegen, Bachflohkrebse und andere Insekten immer geringer würde. "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, vor allem ganzjährig fließende lange Bäche in vorrangig naturnahem Zustand zu erhalten", erläutert Weigel.

veröffentlicht am 21.08.2006 um 00:00 Uhr

Ein solcher Bach fließt durch den Möllenbecker Wald. Um die Vielfalt von Kleinstlebewesen zu beweisen, steigt der Förster und Funktionsbeamte für Waldökologie Heiko Brede in den Bach und nimmt einen Stein hoch. Darunter krabbeln einige Bachflohkrebse. Der Bachflohkrebs ist nur 14 bis 21 Millimeter groß und zähltzu den häufigsten Süßwasserkrebsen. Der Bachflohkrebs lebt am Gewässergrund zwischen Steinen, Totholz und Pflanzenmaterial und ernährt sich von abgestorbenen Pflanzen. Er ist sehr flach und durch kräftiges Schlagen mit dem Hinterleib bewegt er sich fort und kann so auch gegen den Strom schwimmen. "Allerdings benötigen die Bachflohkrebse dazu Steine, unter denen sie sich gegen den Strom vorkämpfen können", berichtet Weigel. Rohrdurchlässe aus Beton, die immer wieder den natürlichen Bachverlauf unterbrechen, sind zu glatt, haben eine zu hohe Fließgeschwindigkeit und hindern so die kleinen Lebewesen daran, den Bach hinaufzukrabbeln. Am Möllenbecker Bach werden daher zurzeit ökosystemverbessernde Maßnahmen vorgenommen. Große Rohrdurchlässe werden entfernt und durch eine Furt, eine mit Steinen befestigte Durchfahrmöglichkeit für Forstfahrzeuge, ersetzt. "Dadurch werden die Lebensbedingungen für die Fließgewässerorganismen verbessert", stellt Weigel fest. Das Land Niedersachsen hat für das Naturschutzprojekt die Mittel in Höhe von 10 000 Euro bereitgestellt, die Maßnahme wurde außerdem mit der Naturschutzbehörde des Landkreises abgestimmt. "10 000 Euro sind zwar enorm viel, aber man muss bedenken, was damit erreicht wird", sagte Brede. Die Organismen seien schließlich ein wichtiges Glied in der Nahrungskette. Fische ernährten sich ausschließlich von den kleinen Insekten im Wasser und von den Fischen würden sich unter anderem auch die Schwarzstorche ernähren. Bachflohkrebse können übrigens auch als Indikator für die Wasserqualität angesehen werden, denn sie sind auf sauberes Wasser angewiesen.

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