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Geld für Flutmulde im Kurpark / Arbeiten beginnen schon im März / Horst Rinne: "Wunderbar"

Land bewilligt 30 000 Euro für Hochwasserschutz!

Bad Eilsen/Hannover (tw). "Durchbruch" beim Hochwasserschutz für den Kurpark, im wahren Sinne des Wortes. Der "Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz" (NLWK) mit Sitz in Hannover wird der Gemeinde Bad Eilsen den - ersehnten - Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro zur Anlage einer Umflut in den Gartenanlagen gewähren; das Geld stammt komplett aus EU-Mitteln. Die übrigen 30 000 Euro wird die Gemeinde aus eigener Tasche aufbringen. Die vorbereitenden Arbeiten sollen mit ersten Rodungen noch im März beginnen, das Projekt selbst im Herbst abgeschlossen sein.

veröffentlicht am 24.02.2007 um 00:00 Uhr

Der Plan der GEUM.tec GmbH (Hannover) für den Hochwasserschutz i

Bürgermeister Horst Rinne - "Wunderbar!" - konnte sein Glück kaum fassen, als er jetzt den entsprechenden Telefonanruf von NWLK-Mitarbeiter Jens Schatz erhielt: "Wie oft musste ich selbst, mussten aber auch meine Vorgänger erleben, dass die Aue über die Ufer trat und Hochwasser immense Reparaturkosten nach sich zogen." Rinne im Nachsatz: "Ich habe immer gehofft, aber nie davon zu träumen gewagt, dass irgendwann einmal am Jahresende noch Mittel für den Küstenschutz frei sind - und Bad Eilsen bedacht wird." Dass es nun so schnell gehe, habe ihn selbst überrascht. Zumal: "Landesweit gesehen, genießt das Bad Eilser Projekt eine vergleichsweise niedrige Priorität", hatte unlängst noch ein Mitarbeiter des Landkreises Schaumburg bei einem Treffen im Kurpark erklärt. Allerdings könne die Gemeinde - fertige Pläne vorausgesetzt - womöglich "Minderausgaben abschöpfen", die anderen Orts eingespart würden. Und so ist es gekommen: Da besagte Pläne fix und fertig in der Schublade lagen, hat Bad Eilsen im Poker um die Mittel jetzt den Stich gemacht. Bei einem Ortstermin im Kurpark machte sich Jens Schatz jetzt gemeinsam mit Horst Rinne, Bauausschusschef Dr. Willi Dreves, Bauhofleiter Bertram Meier, Gemeinde-Planer Thomas Zerner und Dr. Jochen Beug vom Naturschutzamt des Landkreises ein Bild von dem Projekt, das die Ingenieurgesellschaft GEUM.tec GmbH (Hannover) unter Geschäftsführer Dr. Michael Franke im Detail ausgearbeitet hat. Wie berichtet, soll der Auespiegel durch die Maßnahme, bei der im Kurpark eine 60 Zentimeter tiefe und zehn Meter breite Mulde ausgekoffert wird, oberhalb der Bahnhofstraße im Falle eines Hochwassers um 18 bis 20 Zentimeter sinken. Im Zuge der Arbeiten sollen etwa 2150 Kubikmeter Erde bewegt werden. Am Ende wären dann drei Objekte in Heeßenvor einer Jahrhundertflut zumindest nach den bisher zu Grunde gelegten Zahlen sicher: Grundschule, Kindergarten und Sportanlage; geschützt wäre darüber hinaus auch der künftige Caravan-Park in Bad Eilsen und natürlich der Kurpark selbst. Die Umflut selbst soll um den Tuffsteinbrunnen, der sich bei Hochwasser immer wieder als Nadelöhr erweist und der Gemeinde zuletzt beim Starkregen im Gefolge des Orkantiefs Kyrill Probleme bereitete (wir berichteten), herum geführt werden; dabei wird auch der parallel zur Aue verlaufende Weg aufgenommen, abgesenkt und anschließend wieder hergestellt. Weil hinter dem Bad Eilser Wahrzeichen ein Ensemble von vier Lärchen erhalten bleiben soll, wird sich die Umflut vor der Baumgruppe wie eine Zwille gabeln und erst hinter ihr wieder zusammen geführt. 40 Meter vom Standort der Lärchen entfernt, sollen die Erdbewegungen enden. Für die - wenigen - Gehölze, die dem Bau der Umflut weichen müssen, sind in den Gartenanlagen Ausgleichspflanzungen vorgesehen.

Ortstermin am Nadelöhr Tuffsteinbrunnen: Horst Rinne (3.v.r.) is
  • Ortstermin am Nadelöhr Tuffsteinbrunnen: Horst Rinne (3.v.r.) ist überglücklich, von Jens Schatz (2.v.r.) das O.K. für den Bau der Umflut zu erhalten.

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