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Superintendent nimmt Stellung zu Sparplänen: Seelsorger durch Spenden finanzieren?

Lässt sich die halbe Pfarrstelle noch retten?

Obernkirchen (sig). Sehr besorgt sind die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde darüber, dass durch die angekündigten Sparmaßnahmen weitere schmerzhafte Einschränkungen drohen. Es bleibt keineswegs beim Wegfall der Pfarrstelle im Bereich Krainhagen-Röhrkasten. Als nächster Schritt droht die zusätzliche Streichung einer halben Pfarrstelle für den Bereich Obernkirchen/Auetal.

veröffentlicht am 01.02.2008 um 00:00 Uhr

Die Jugendarbeit wird gut beurteilt, doch den starken Rückgang d

Superintendent Andreas Kühne-Nagel hat bei seinem ersten Besuch im neuen Jahr die Maßnahmen erläutert, die der Kirchenkreistag ins Auge gefasst hat. Eine Chance sieht er darin, diese halbe Stelle durch Spenden zu finanzieren. Aber ist das längerfristig realistisch? Dass die seelsorgerische Betreuung schon im Zeitraum 2009 bis 2012 schrumpft, wird vornehmlich mit dem starken Rückgang an Gemeindemitgliedern in Hattendorf und Obernkirchen begründet. In den darauf folgenden acht Jahren soll eine weitere Einsparung im gleichen Umfang notwendig werden. Mittel- und langfristig steht für diese Region nur noch Geld für drei statt vier Pfarrstellen zur Verfügung. Es sei denn - so formulierte es der Superintendent - zusätzliches Personal könne aus Spendenmittel finanziert werden. Für dieses schwierige Vorhaben wollen sich die Verantwortlichen fachkundig beraten lassen, wo und wie man einsparen kann und was sich vielleicht durch Spenden ausgleichen lässt. In jedem Fall werden aber die Pfarrämter und die Kirchenvorstände innerhalb der heimischen Region viel enger zusammenarbeiten müssen. Dazu gehöre, so Kühne-Glaser, das Zusammenführen von Arbeitsbereichen, wie der Konfirmandenunterricht, die Jugend- und die Seniorenarbeit. Trotz der notwendigenÖffnung sei die Gemeinde der Bergstadt aber gut beraten, ihr eigenes Profil zu schärfen. Der Superintendent machte außerdem deutlich, dass die angespannte wirtschaftliche Lage solche bauhistorischen Schätze wie die Stiftskirche auch zur Last werden lassen. Für die Fenster und den Innenraum einschließlich der Kunstschätze sei so viel Geld erforderlich, dass die Gemeinde und der Kirchenkreis schlicht überfordert seien. Die schon einmal für den Innenraum von der Niedersächsischen Klosterkammer bereitgestellten Mittel mussten nach den Schäden im und am Turm aufgewendet werden. Die Landeskirche finanziere, so Kühne-Glaser weiter, nun auch die Renovierung und das Restaurieren der Fenster in der Stiftskirche. Damit seien aber auch ihre Möglichkeiten erschöpft. Schon seit einigen Jahren gebe sie keine Zuschüsse mehr für die Innenrenovierung von Kirchen. Der Superintendent lobte den Einsatz des Obernkirchener Fördervereins, der sich nach der Sanierung des Kirchplatzes um die Kirche und das Stift kümmern will. Beide zusammen sind nicht nur zum Wahrzeichen Obernkirchens geworden, sondern machen einen großen Teil der Attraktivität der Bergstadt aus. Kühne-Glaser: "Die Beteiligung an diesem Prozess gehört zu den ganz wichtigen Aufgaben für Kirchenvorstand und Pfarramt in der nächsten Zeit und wird weiterhin manche Kräfte in der Gemeinde binden. Hier gilt es, möglichst bis Ende 2008 mit allen Partnern Klarheit über die Finanzierung der Inneneinrichtung zu finden und dann ein Konzept und einenZeitplan für die Durchführung festzulegen. Es gibt in der Kirchengemeinde nach wie vor eine große Bereitschaft zur Eigenleistung. Sie braucht aber auch sehr bald eine Perspektive, sonst hinterlässt sie frustrierte Gemeindemitglieder."



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