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Annette Achilles und Gernot Candolini stellen neue Idee vor / In fast jeder Größe machbar

Labyrinth als Touristenziel in der Innenstadt

Rinteln (mld). Rinteln wäre ein guter Ort für ein Labyrinth. Das ist die Meinung des Innsbrucker Labyrinthforschers Gernot Candolini, der diese Idee bei einer Veranstaltung am vergangenen Donnerstag im Hotel "Stadt Kassel" vorgestellt hat - auf Initiative des Stadtmarketingvereins "Pro Rinteln".

veröffentlicht am 26.11.2007 um 00:00 Uhr

Gernot Candolini

Spätestens seit sich Hape Kerkeling mit einem "Ich bin dann mal weg" auf den Jakobsweg gemacht hat, steht das Pilgern und alles was damit zu tun hat, hoch im Kurs. Auch Rinteln ist inzwischen mit dem Kloster Möllenbeck als Station des Pilgerweges von Loccum nach Volkenroda an das große Netz der Pilgerpfade angeschlossen. Dazu passe gut, sagt Rintelns Stadtmanagerin Annette Achilles, eine weitere spirituelle Attraktion - ein Labyrinth. Bei einer Stadtbegehung mit Gernot Candolini hat sie deshalb zunächst die Möglichkeiten ausgelotet, wo man in der Innenstadt ein Labyrinth anlegen könnte. Als geeignet haben Candolini und Annette Achilles gleich mehrere Ort ausgemacht: Am Rosengarten, im Blumenwall und sogar in der Bäckerstraße könnte man ein Labyrinth anlegen. Materialien dafür sollen vor allem aus der Region stammen: Mit Steinen aus Obernkirchen, Wasser aus der Exter und selbstverständlich mit verschiedener Bepflanzung könnte so eine Form entstehen. Der besondere Charme, machte Candolini deutlich: Labyrinthe funktionieren in allen Größen, und danach richten sich auch die Kosten - am Geld müsste die Anlage eines Labyrinthes also nicht scheitern. Ein Labyrinth könnte, so Candolini, mit Steinen gepflastert oder in Gras gemäht, mit farbigem Beton gegossen oder aus Blumenbeeten angelegt werden. Annette Achilles schilderte, auf die Idee eines Labyrinths für Rinteln sei sie gekommen, als sie ihre Pläne, selber den Jakobsweg zu pilgern, wegen der Arbeit habe aufgeben müssen und sich danach mit Labyrinthen und den Büchern Candolinis befasst habe. Von Beruf Lehrer, erzählt Candolini, sei er schon früh von Labyrinthen als einem der ältesten Kultursymbole der Menschheit fasziniert gewesen. Vor 15 Jahren habe er mit seiner Familie eine Reise quer durch Europa unternommen, um Jahrhunderte alte Labyrinthe zu besichtigen. Etwa gleichzeitig habe es in Europa einen wahren "Labyrinth-Boom" gegeben, bei dem auch die Philosophie, die hinter der Anlage eines Labyrinths steckt, wieder neu entdeckt worden sei. Etwa 550 neue Labyrinthe seien seitdem angelegt worden, schätzt Candolini. Die Geschichte des Labyrinths ist zwei- bis dreitausend Jahre alt. In seiner ursprünglichen Form gibt es in einem Labyrinth nur einen Weg, der über mehrere Wendungen in die Mitte und wieder hinaus führt. Das Labyrinth wurde zur Zeit der Römer wie auch später für die christliche Kirche ein Symbol für das Finden der eigenen Mitte und der Spiritualität, ein Zeichen für denoft verschlungenen Lebensweg des Menschen. Der Irrgarten - nicht mit einem Labyrinth als Idee zu verwechseln, hingegen entstand erst Mitte des 16. Jahrhunderts. Candolini ist sich sicher, dass ein Labyrinth in Rinteln auch ein neuer Anziehungspunkt für Tagestouristen werden könnte. Auch Annette Achilles zeigte sich am Ende von dem Projekt angetan: Anfang nächsten Jahres soll mit der Stadt und verschiedenen Interessengruppen diskutiert werden, wie sich die Idee finanzieren und praktisch umsetzten lässt. Ein Labyrinth gibt es hier schon - allerdings mehr für Kinder geeignet - und zwar ein Kriechröhrenlabyrinth im Erlebnispark "Steinzeichen" in Steinbergen.

Labyrinth in einem Haus, von oben vom Treppenhaus aus gesehen.
  • Labyrinth in einem Haus, von oben vom Treppenhaus aus gesehen.
Der Durchmesser eines durchschnittlichen Labyrinths beträgt laut
  • Der Durchmesser eines durchschnittlichen Labyrinths beträgt laut Candolini etwa 15 Meter, die Kosten können beliebig zwischen "50 Euro und 50 Millionen Euro" angesetzt werden, je nach Ausführung. Auch im Pflegebedarf gebe es verschiedene Lösungen für verschiedene Ansprüche. Fotos: pr.


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