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Die Fürstliche Hofreitschule wartet zum Saisonstart am Wochenende mit etlichen Neuerungen auf

Kutschfahrten, Barockpferde, Reiterkunst

Bückeburg. Für die Hofreitschule beginnt jetzt die neue Saison. Auf den Spuren der Grafen und Fürsten führt ab Samstag, 1. April, eine romantische Kutschfahrt durch die Altstadt und den Schlosspark. Auf Wunsch werden die von der Stadtführung bekannten Sehenswürdigkeiten entlang des Weges erklärt. Regelmäßig nach den nachmittäglichen Reitkunstvorführungen startet die Kutsche auf der Schlossseite vor dem Drachentor.

veröffentlicht am 01.04.2006 um 00:00 Uhr

In den Stallungen der Früstlichen Hofreitschule warten Barockpfe

Reservierungen und Sonderfahrten buchen Interessierte direkt bei der Hofreitschule. Die Zweispännerkutsche fasst elf Fahrgäste und wird von der Hofkutscherin Judith Deutsch im barocken Kutschergewand gesteuert. Die beiden Hermelinschimmel, edle schwarzgetupfte Weißgeborene, sind nur zwei der Pferde, die im Winter neu in den Marstall eingezogen sind. Ab Mitte April soll eine prachtvolle Hochzeitskutsche Brautpaare zum Feiern nach Bückeburg locken. Endlich ist im Marstall auch eine Boutique eingerichtet worden, in welcher die Eintrittskarten gekauft und Buchungen verabredet werden können, in der zudem geschmackvolle Souvenirs rund um die Reitkunst, die Fürstliche Hofreitschule und die feine Lebensart erworben werden können. Die ersten Kunstwerke der Hofmalerin Christiane Meyer zu Westram werden ausgestellt, und die Skulpturistin Anette Diekemper präsentiert exklusive Originalbronzen von schönen Pferden. Restauriert und jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich ist der so genannte "Schimmelstall", der dem Drachentor zugewandte Abschnitt des Marstallgebäudes. Die mittlerweile 18 barocken Hengste der Hofreitschule bezaubern die Gäste als Repräsentanten aller acht heute noch existierenden Barockpferderassen. Einst wurden diese Pferde für den Nahkampf der Ritter eingesetzt, aus dem sich dann nach und nach die höfische Reitkunst entwickelte, auf deren Ideale sich seither alle bedeutenden Reiter berufen. Doch mit der Reitkunst wurden auch die vergleichsweise kleinen Barockpferde von der Kavalleriereiterei und dem Reitsport verdrängt. Heute sind alle ausgestorben - bis auf besagte acht Rassen. Diese letzten Vertreter der Barockpferde sind ebenfalls größtenteils bedroht: Der tschechische Kladruber wurde von der Unesco zum nationalen Kulturerbe ernannt. Das nordafrikanische Berberpferd, Urahn aller Barockpferde, hat die letzten Jahrzehnte nur dank internationaler Bemühungen des Weltberberverbandes OMCB überlebt. Mit der Wiederbelebung der Fürstlichen Hofreitschule leistet die Betreiberfamilie Krischke einen großen Beitrag zur Erhaltung der Barockpferde und gewinnt zunehmend Aufmerksamkeit und Unterstützung durch Förderer und durch Reiter, die sich auf diese sanfte und subtile Art des Reitens einlassen und die Talente der Barockpferde kennen lernen möchten. Wegen der Ausbuchung der Veranstaltungen haben die Hofreitmeister für das Jahr 2006 in ganz Europa weitere Pferde zusammengetragen, um die Freude an der Darbietung aller Hengste das ganze Jahr durch zu gewährleisten. Zu den absoluten Seltenheiten zählen der weißgeborener Genete Saphiro, der zum Schulspringer ausgebildet wird und jeden Betrachter mit seinen blauen Augen bezaubert, sowie der Rotgoldene Portugiese Odeceixe (nach einem Urlaubsort an der Algarve benannt). Auch im Veranstaltungskalender der Hofreitschule haben sich Veränderungen ergeben: 26 Mal in diesem Jahr, - jeweils sonntags um 15.30 Uhr - öffnen sich die Tore des Fürstlichen Reithauses zur "Gala der Künste", einer berauschenden, über einstündigen Pferdeshow mit den Höhepunkten aus den beliebten Abendgalas und der Showreiterkarriere der Hofbereiter. Um Reservierung der Plätze für 15 Euro wird gebeten, die erste Aufführung ist bereits am Sonntag, 2. April. Freunde der Hofreitschule werden sich freuen, in der Gala der Künste erstmals die keine weiße Jack-Russel-Terrier-Hündin der Oberbereiterin Christin Krischke im Einsatz zu sehen. Wie, dasbleibt eine Überraschung. Kontakt/Info: E-Mail: info@die-hofreitschule.de Internet: www.die-hofreitschule.de

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