weather-image
×

Noch vier Wochen bis zur Wahl – wie werben die Parteien um Wählerstimmen?

Kurz und knapp

AUETAL. Am 11. September entscheiden die Wähler über den neuen Gemeinderat, viel Zeit bleibt nicht für einen Wahlkampf. Und nur eine Partei will mit Plakaten um Stimmen werben.

veröffentlicht am 10.08.2016 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:23 Uhr

4301_1_orggross_f-westermann

Autor

Redakteur zur Autorenseite

AUETAL. Eines ist sicher: Es wird ein kurzer Wahlkampf, denn schon in vier Wochen sind die Auetaler aufgerufen, einen neuen Gemeinderat zu wählen. Wie wollen die Parteien diese Zeit nutzen?

3000 Flyer wird die SPD in zwei Schüben verteilen, sagt Axel Arndt als Vorsitzender des Auetaler Ortsvereins. Das Budget für den Wahlkampf liegen im vierstelligen Bereich, „das muss man schon haben“, übermorgen werde man vor der Bäckerei Scheer in Rehren einen Info-Stand aufbauen und am 27. August vor der Bäckerei Lucks in Rolfshagen. Arndt findet Info-Stände gut, „es gibt ja noch politisch interessierte Auetaler“, er führe gerne diese Gespräche, und natürlich würden diese Gespräche oft in die ganz große Bundespolitik führen, „aber ich kann dann immer darauf verweisen, dass es hier erst einmal um Auetaler Spielplätze, Kindertagesstätten oder Schulpätze geht“. Die SPD hat ein Wahlkampf-Team zusammengestellt, außerdem können die Kandidaten einen entwickelten Flyer mit Leben füllen, sprich: mit persönlichen Angaben, Zielen und Fotos, um damit in ihrer Ortschaft um Stimmen zu werben. Plakate, sagt Arndt, die werde es nicht geben.

Natürlich gibt es auch bei der WGA einen Wahlkampf, sagt Siegbert Held, begonnen habe man schon vor den Ferien mit einem „Sommergruß“, dann würde jetzt im August ein Flyer folgen, indem sich die Kandidaten vorstellen und fünf „Schlagsätze“ formulieren würden: Ziele, für die sie sich einsetzen würden. Ferner werde die WGA am 27. August auf dem Penny-Parkplatz mit den Auetalern ins Gespräch kommen und am 3. September vor der Bäckerei Lucks. Und in den einzelnen Ortsteilen werden sich die „heimischen Kandidaten“ noch mit persönlichen Briefen vorstellen, sagt der WGA-Vorsitzende. Einen Slogan habe die WGA auch gefunden: „Wir. Gemeinsam. Auetal“ erklärt Held, schließlich mache die WGA seit 35 Jahren erfolgreich Politik von Bürgern für Bürger im Auetal, „frei von Parteiengezänk oder Fraktionszwang“.

Plakate wird es nicht geben. Die ersparten Kosten, sagt Held, „werden wir nutzen und jeder Kindertagesstätte ein Kinderfahrzeug schenken – auch, um hier unsere besondere Verbundenheit zu den Kindergärten zu verdeutlichen“. Denn der erste Kindergarten im Auetal sei vor 25 Jahren immerhin von der WGA beantragt worden.

Auch die Grünen werden auf Plakate verzichten, erklärt die Spitzenkandidatin Anke Schmidt: Es gehe nicht darum, ihr ohnehin bekanntes Gesicht zu zeigen, sondern darum, die Bürger darüber aufzuklären, wofür sie stehe. Stände wird es am 13. und 27. August auf dem Rehrener Marktplatz geben, am 20. August besucht die heimische Bundestagsabgeordnete Katja Keul den Stand vor der Bäckerei Scheer auf dem Penny-Parkplatz, am 3. September stehen die Grünen vor der Bäckerei Lucks in Rolfshagen.

Dass Keul die Grünen vor der Bäckerei besuche, passe zum Thema, sagt die Rehrener Kandidatin. Dort gebe es Kaffee in Plastikbechern, und daher werden die Grünen Thermobecher verlosen, um zu zeigen, dass im Kampf gegen den Plastikmüll jeder einen kleinen Beitrag leisten könnte, erklärt Schmidt.

Und am 4. September ist die Radtour der Grünen, sagt Schmidt. Der Treffpunkt steht noch nicht fest, aber der Inhalt: Es wird durch das Auetal geradelt, und es wird dabei um den sanften Tourismus gehen, um den Pilgerweg und die Natur. Für Schmidt ist es ein zentraler Punkt der kommenden Jahre: „Wir dürfen das Auetal nicht so verändern, dass wir es nicht wiedererkennen. Wir sind ein ländlicher Raum und wir müssen mit dem Bürgern besprechen, wo wir hinwollen.“

Das Auetal gehört damit, rein plakattechnisch, ganz allein der CDU, denn nur sie wird plakatieren. Die ersten Plakate hängen seit dieser Woche, erklärt Ratsherr Friedrich Gärling. Es sind Einzelplakate, die der jeweilige Kopf des Stimmenbewerbers ziert. Eine Woche lang wird an der großen Rehrener Kreuzung ein Gruppenfoto zu sehen sein, „ein Wesselmann“, formulierte es der Hattendorfer Politiker. Die sogenannten Wesselmänner verweisen auf die Werbeagentur mit Sitz in Bochum: Wesselmann hat ein weitgehendes Monopol auf große Stellwände, 3,70 Meter mal 2,90 Meter, die als Wesselmänner im Politikjargon geführt werden.

Ansonsten wird die CDU Flyer verteilen. Es darf jeder, der möchte, einen Wahlkampf von Haustür zu Haustür führen. Gärling muss das für sich wohl nicht: Man kennt ihn in Hattendorf.

Einen Prominenten hätte die CDU vor der Wahl auch gerne im Auetal begrüßt, sagt Gärling, aber der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann musste passen: Er sei bis Oktober ausgebucht.

Dafür wird es am 23. August im Hattendorfer Feuerwehrhaus ab 20 Uhr noch eine Delegiertenversammlung mit Ehrungen geben. Über Stände vor den Bäckereien habe man in der CDU auch nachgedacht, erklärt Gärling, aber dann habe man die Idee wieder verworfen. Einen Informations-Stand vor einer Bäckerei aufbauen, das mache doch im Auetaler Wahlkampf jede Partei: „Und noch mehr Brötchen braucht kein Mensch.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2020
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt