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Politiker hoffen auf den großen Wurf

Kurpark& Co.: Ruf wird laut nach Gesamtkonzept

Bad Nenndorf (rwe). Ohne konkretes Ergebnis haben der Bauausschuss, der Umweltausschuss und der Fremdenverkehrsausschuss die erste Diskussionüber das Kurpark-Gutachten abgeschlossen. Im kleinen Saal der Wandelhalle hatte Landschaftsarchitekt Thomas Mudra den Politikern und knapp 30 Gästen das Entwicklungs- und Strukturkonzept vorgestellt. Auf wenn an einen Beschluss vorher nicht gedacht worden war, so machte der Abend deutlich, dass der Kurpark den Mittelpunkt der gesamten städtebaulichen Entwicklung bilden dürfte und sich nicht separat abarbeiten lässt. Nun hoffen alle auf den großen Wurf. Wie der aussieht und gelingen soll, ist völlig offen.

veröffentlicht am 01.10.2008 um 00:00 Uhr

Guter Besuch in der kleinen Wandelhalle. Kein Wunder, die Stadt hatte zur ersten Präsentation des Kurparkgutachtens gleich drei Ausschüsse zusammengetrommelt. Dazu kamen mehr als zwei Dutzend Gäste, die sich für die viel diskutierte Studie interessierten. Vielleicht waren sie auch neugierig, was sich mit 8,5 Millionen Euro so allen anstellen lässt. Auf diese Summe hatte Experte Thomas Mudra die Baukosten grob geschätzt, würde sein siebenteiliges Maßnahmenkonzept umgesetzt. Mit den Planungskosten wäre die Stadt bei knapp zehn Millionen. Ein dicker Brocken, der nach Ansicht der Anwesenden selbst mit Zuschüssen in den nächsten Jahren kaum zu stemmen sein dürfte, zumal da mit dem Parkhaus, der beabsichtigten Übernahme des Kurhauses und der Innenstadtsanierung andere Großprojekte die Mittel der Stadt binden. Die knapp 90-minütige Debatte verriet, dass die Ratspolitiker kaum eines der Vorhaben isoliert betrachten können, zu verzahnt sind die Dinge miteinander. Das sahen auch die interessierten Gäste so. Der Bad Nenndorfer Norbert Rob Schitteck, Professor für Landschaftsarchitektur an der Uni Hannover, forderte einen Generalplan für Bad Nenndorf. "Wir müssen komplex denken." Er vertrat die Ansicht, dass weder die Politik noch die Verwaltung dieses nebenbei leisten könnten. Der gesamte Prozess erfordert für ihn eine professionelle Begleitung. Zuhörer Michael Kosian pflichtete ihm bei. Der Di plom-Ingenieur für Städtebau und Verkehr vermisst eine Vision. Der Rat müsse langfristig planen, auch über das Jahr 2015 hinaus. Apotheker Jürgen Uebel zeigte sich "irritiert", dass weder das Parkhaus noch die Innenstadtsanierung in dem Konzept auftauchten. "Wir müssen die Dinge zusammenführen", forderte er. Der Wochenmarkt müsse in der Innenstadt bleiben. "Das war das einzige, das etwas gebracht hat." Silke Busche, Geschäftsführerin der Kur- und Tourismusgesellschaft, hatte sich mehr konkrete Lösungsansätze versprochen. Die Liste mit den Schwachpunkten sei bekannt. "Wir befinden uns im Vakuum." Den Vorschlag, freiwillige Helfer zu rekrutieren, nannte sie eine nette Idee, aber: "Kommen die auch bei Regen und Schnee?" Sie vermisst Hinweise, wohin die Reise geht. "Das ist der nächste Schritt", verteidigte sich Thomas Mudra. Ein Strukturkonzept sei seine Aufgabe gewesen und keine konkrete Planung. Diese solle helfen, systematisch vorzugehen. Keine Antwort hatte er auf die Frage des Ratsherrn Erwin Biener, wie sich das geplante Parkhaus mit dem Kulturdenkmal vertrage. Der dafür vorgesehene Platz an der Therme liegt außerhalb seines Untersuchungsgebiets, meinte Mudra. SPD-Ratsherr Volker Busse sieht die drei großen Planungsmaßnahmen als eine Einheit. "Wir brauchen einen großen Wurf", sagte er und sprach sich für einen Runden Tisch oder einen Arbeitskreis aus. "Wir werden noch lange zu diskutieren haben", ahnte Ausschussvorsitzender Fritz Varwig.



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