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"Ein Park erzählt Geschichte(n)" - und 20 Teilnehmer der "Landsommer"-Aktion hören zu

Kuriosesüber Knutschbuche und Kraterteich

Bückeburg (mig). Geschichte im Grünen: Einen Spaziergang durch mehrere hundert Jahre Park- und Heimatgeschichte haben jetzt 20 Teilnehmer der Gästeführung "Ein Park erzählt Geschichte(n) (Schloss Bückeburg)" unternommen. Der Gang in die Historie war Teil des umfangreichen "Landsommer"-Programms, das von der "Ländlichen Erwachsenenbildung" ins Leben gerufen wurde. Mit Touren durch die Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg startete die erfolgreiche Aktion in diesem März in die sechste Saison.

veröffentlicht am 09.05.2008 um 00:00 Uhr

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Rund 20 Teilnehmer sind an diesem schönen Frühlingssonntag zum Treffpunkt gekommen - an den Beginn setzt Gästeführer Siegfried Einars einen kurzen geschichtlichen Rundblick. Während die Pferde der Hofreitschule über das grobe Pflaster klappern, erläutert er die Funktion von Brunnen, Tor und Schlossstraße ("Theaterkulisse") underklärt, warum der Weg hinter der Brücke einen Knick macht. "Durch den plötzlich freien Blick gab es für die Leute, die hier mit der Kutsche ankamen, einen Ahaeffekt." Erst sehr spät eingerichtet wurde der kleine Park direkt im Schlosshof. In den Nebengebäuden war lange eine Kaserne beheimatet; der "Verkehr" zwischen den Häusern machte eine Grünfläche unmöglich. Anschließend geht es im gemütlichen Spaziergang einmal rund um die Schlossinsel. Die lang gezogene Allee am Teich besteht vor allem aus Kastanien, Richtung Bahnhof wuchsen früher Linden. Weniger bekannt: Im See und hinter dem Schloss hat man bis ins 20. Jahrhundert Karpfen gezüchtet; eine Zeit lang wurde sogar ein kleines Kraftwerk unterhalten (Strom für Schloss und Palais). "Das sind Informationen, die man sonst nicht bekommt", freut sich ein Teilnehmer. Hinter der "Staubrücke" ist schon von weitem eine runde Erhebung zu sehen - ein Überbleibsel des früheren Barockgartens. "Den hat Graf Wilhelm leider platt machen lassen, um Wälle aufzuschütten", erklärt Einars seinen Gästen. Am sogenannten "Tintenfass" kann man den gewaltsamen Eingriff heute noch nachvollziehen. Der kleine "Kraterteich" ist durch Aushub entstanden. Weil "alte Bestände gepflegt wurden", aber auch "Neues dazukam", ist der Park heute weder Barockpark noch Landschaftsgarten. "Das wurde oft nach Gefühl gemacht", sagt Einars. Die Bückeburger wissen "ihren" Park trotz seiner Heterogenität zu schätzen. Im Sommer sonnt sich die Bevölkerung auf den weiten Grünflächen, zahlreiche Bänke laden zum Verweilen. Sogar frisch Verliebte finden hier ein stilles Plätzchen: "Unter dieser veredelten Süntelbuche ist eine richtige Knutschecke." Station macht der Landsommer in diesem Jahr nicht nur in Bodenwerder (Freiherr von Münchhausen), Hessisch Oldendorf (Anna von Bismarck) oder Höxter (Hexen), sondern auch in der unmittelbaren Nachbarschaft (Obernkirchen, Wiedensahl und Schloss Baum). Die Führung "Ein Park erzählt Geschichte(n)" bildete den Auftakt für fünf Führungen in Bückeburg. Termine: 1. Juni "Das Mausoleum in Bückeburg"; 10. August "Jetenburg - ein Kleinod in Bückeburg"; 7. September "Ein Park erzählt Geschichte(n) (Schloss Bückeburg)"; 5. Oktober "Das Mausoleum in Bückeburg".



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