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So soll es weitergehen am Steinanger

Kunstrasen und Geld für neues Reithallendach

Rinteln (wm). Wie geht es weiter am Steinanger? Bei acht Ja-Stimmen und einer Enthaltung hat der Bauausschuss am Mittwochabend folgende drei Punkte beschlossen: Die Sportanlagen des SC Rinteln sollen saniert, ein Kunstrasenplatz angelegt werden und ein Kleinspielfeld für den Jugendfußball. Einziges Problem dabei: Die Stadt muss vorher ein Lärmgutachten einholen.

veröffentlicht am 22.06.2007 um 00:00 Uhr

Frage des Ausschussvorsitzenden Günther Maack (CDU): "Und was passiert, wenn das Lärmschutzgutachten negativ ausfällt - was machen wir dann?" Antwort von Jörg Schröder, Erster Stadtrat und Jurist der Verwaltung: Das müsse dann die Politik entscheiden. Da nach einem Verzicht auf eine Steinangerbebauung kein Anlass mehr bestehe, den Reitverein auszulagern, soll der Verein eine anteilige Bezuschussung zur geplanten Hallensanierung erhalten - nach Vorlage eines Finanzierungskonzeptes. Mit den Einwohnerschützen soll die Stadt einen langfristigen Pachtvertrag - Mindestlaufzeit zehn Jahre - abschließen. Voraus ging diesen Beschlüssen die zu erwartende Vergangenheitsbewältigung: Ratsherr Gert Armin Neuhäuser stellte nochmals die Sicht der WGS dar, nach der die Verwaltung "fehlerhaft" gearbeitet hat. Man hätte nur die auf der Internetseite der Bürgerinitiative veröffentlichten Urteile lesen müssen, um zu wissen, dasssich eine Wohnbebauung nicht mit überwiegenden Gründen des Allgemeinwohls hätte begründen lassen, so Neuhäuser. Also sei das Hochwassergutachten überflüssig gewesen. Einspruch von Baudezernent Reinhold Koch: Das Gutachten sei auch für die Zukunft nützlich, weil man eine sicherere Entscheidungsgrundlage bei etwaigen weiteren Bauanträgen habe. Der Antrag der WGS, der Rat möge dem Bürgerbegehren der Bürgerinitiative gegen den Steinanger beitreten, womit sich das erledigt hätte, fand im Ausschuss keine Mehrheit. SPD-Fraktionssprecher Klaus Wißmann begründete das so: Da gebe es nichts beizutreten, weil der Rat den Verkauf noch nicht beschlossen habe. Neuhäuser sah das anders: Es handele sich dabei um einen "demokratischen Akt" und es stände dem Rat gut zu Gesicht, mit einem "Beitritt" das demokratische Engagement von immerhin mehr als 3000 Bürgerinnen und Bürgern zu würdigen. Neuhäuser: "Springen sie doch einmal über ihren Schatten - das kostet ja nichts!" Wißmann und Dieter Horn (SPD) hielten dem entgegen, durch persönliche Angriffe hätte die Bürgerinitiative auch Antipathien geweckt - das seien Leute gewesen, die "auf Krawall gebürstet waren". Neuhäuser konterte: Eine Demokratie brauche "Bürgerinnen und Bürger, die auf Krawall gebürstet sind" und an Wißmann gewandt: "Wir leben offensichtlich in anderen Wahrnehmungswelten."



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