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Orkan "Kyrill" zerschmettert Kunstwerk-Tor zum "Garten der geliebten Steine"

Kunst kann man nicht versichern: "Not-Tor" hält ungebetene Gäste fern

Schaumburg (cok). Wer den "Garten der geliebten Steine" besucht, den poetischen Skulpturenpark des Bildhauers Peter Lechelt oben auf der Apfelbaumwiese an der Paschenburg, der trat bisher immer durch ein eigenartig faszinierendes Holztor, das die stilisierten Körper zweier Liebenden zeigt. Dieses wunderschöne Kunstwerk ist von "Kyrill" zerstört worden, dem großen Januar-Orkan.

veröffentlicht am 09.02.2007 um 00:00 Uhr

Ein improvisiertes "Not-Tor" umschließt den "Garten der geliebte

"Ja, dem Torbauer Heiko Gras hätte es beinahe das Herz gebrochen, als er das Unglück sah", meint der Bildhauer und zeigt die Bruchstücke der sanft geschwungenen Bögen, die in seinem Ausstellungsraum lagern und darauf warten, repariert zu werden. So sorgfältig sie mit Holzzapfen verblattet waren, der Orkan hatte den Riegel des riesigen Eichentores aufgesprengt und die beiden Flügel immer wieder mit Macht an die Steinpfosten geschmettert. Und wie seltsam: Obwohl das Tor eigentlich eher eine "begehbare Skulptur" darstellt und einfach, ohne es dabeiöffnen zu müssen, durchschritten werden kann, es sah nicht nur schön aus, sondern schützte den "Garten der geliebten Steine" auch vor ungebetenen Besuchern. Kaum aber musste es entfernt werden, kamen bereits Randalierer, die in sinnloser Wut eine Steinbank zerstörten. Klar also, dass etwas geschehen musste. So zimmerte sich Peter Lechelt ein improvisiertes Holztor zurecht, das gar nicht mal schlecht aussieht und ungewöhnlicherweise richtig geöffnet werden muss, wenn man eintreten will. Keine Versicherung springt ein für die Reparatur des alten Tores. "Kunstwerke kann man eben einfach nicht versichern." Tischlermeister Heiko Gras aus Bakede aber, der die Tor-Skulptur einst als uneigennützigen Beitrag zur besonderen Atmosphäre im Steingarten zimmerte, er erklärte sich bereit, sein Werk wieder instand zu setzen. Bis zum April jedoch werden die zerstörten Teile darauf warten müssen, wieder in ihre alte Form gebracht zu werden. Der "Garten der geliebten Steine" ist deshalb aber nicht weniger faszinierend. An nebligen Nachmittagen wirkt er so verträumt und märchenhaft, als sei er Teil einer stillen "Anderwelt", in der man jederzeit auf die Begegnung mit einer Waldfee hoffen kann. Nur dieÖffnungszeiten, die hat der vielbesuchte Bildhauer jetzt etwas eingeschränkt, um mehr Ruhe für seine Arbeit zu finden. Die neuen Öffnungszeiten: Freitag und Sonnabend von 15 bis 19 Uhr, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 20 Uhr.

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