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Vokale Wertstoff-Sammlung: Die "Ferrari Küßchen" zelebrieren in der "Nachtausgabe" A-cappella-Perfektion

Kunst des Recyclings: Schrottreife Popsongs als Hochgenuss

Bückeburg. Mit lustig-frechen A-cappella-Arrangements veredelt, lassen sich selbst schrottreife Popsongs noch einmal wiederverwerten. Diese Kunst der vokalen Wertstoff-Sammlung beherrscht die seit neun Jahren "amtierende" Formation "Ferrari Küßchen" inzwischen lässig und bis ins kleinste Detail. Denn was den drei weiblichen und zwei männlichen Gesangs-Artisten in die aufgespreizte Stimmritze fällt, wird wie in einer wundersamen Recycling-Maschine vom Instrumental-Rost gereinigt, aufpoliert und damit aufgewertet.

veröffentlicht am 08.02.2007 um 00:00 Uhr

Auch mal richtig rockig: Die "Ferrari Küßchen" bei ihrer humorvo

Autor:

Dietlind Beinßen

Kein Wunder, dass die knallfarbig gekleideten "Küßchen" in der ausverkauften Schalterhalle der Volksbank in Schaumburg bei der von unserer Zeitung und dem Kreditinstitut veranstalteten ersten "Nachtausgabe" dieses Jahres das Publikum schnell für sich gewinnen konnten. Bei der humorvollen Wanderung durch die Schlager-Epochen verbeugten sich die Vokalisten auf ihre ganz persönliche, skurrile Art vor Hits vergangener Tage. Das singende Quintett aus der Landeshauptstadt brauchte nur Minuten, um klarzustellen, dass ungewöhnliche Arrangements - etwa die "Trilogie in sechs Teilen" zum Thema "Kling Glöckchen" - schon die halbe Miete sind. Die andere Hälfte plus Nebenkosten spielten gut ausgebildete Stimmen, unkonventionell servierte Oldies mit zum Teil überraschenden Texten, darstellerisches Talent und eine rasante Choreographie ein. Da flutschte und glitzerte das gute, alte Covermaterial von Trude Herrs "Ich will keine Schokolade", "Frau Doktor, mir ist schwindlig", "Warte, warte nur ein Weilchen", Comedian-Harmonists-Liedern bis zu in köstlicher Studie gebrachten Rennern des Altstars Tina Turner. Der mit Dixieland und Jazz angereicherte nostalgische Hürdenlauf bereitete pures Vergnügen, zumal es die Crew nicht bei einer schnöden Kopie beließ. Sie zeigte, dass man den Stücken - einschließlich des flotten Ferrari-Songs - viel Neues abzugewinnen vermag. Herzschmerz, wie beispielsweise der einstige Heintje-Schlager "Mama", war bei den Akteuren übrigens kein Brotaufstrich, die großen Gefühle kamen eher aus dem Bauch und nicht aus dem Kalkül. An oberster Stelle des mit mehreren Zugaben endenden zweistündigen Gute-Laune-Programms aber stand immer der Humor, den die Zuschauer hörbar genossen. Und das taten gewiss auch Heike, Eckhard und zwei weitere Herren namens Jürgen aus dem Parkett, die mit Gitarre, Tröte, Bierdosen oder einem Halbmond zwischendurch auf der Bühne agieren mussten, was ihnen prima glückte.



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