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Berufsschule und Jugendanstalt arbeiten zusammen / Ausstellung in der Sparkasse bis zum 26. Oktober

Kunst aus dem Knast: Rintelner Schüler als Initiatoren

Rinteln (la). Den Kontakt zwischen der Jugendanstalt und der Berufsbildenden Schule Rinteln hat die ehemalige Schülerin von Marie-Theres Bockhorst-Thöne, Anja Sauzier hergestellt. Sie wusste von der BBS-Lehrerin, dass diese immer aufgeschlossen für besondere Projekte ist und ist mit dem Justizvollzugsbeamten der Jugendanstalt Hameln, Kevin Sauzier, verheiratet.

veröffentlicht am 16.10.2006 um 00:00 Uhr

Marie-Theres Bockhorst-Thöne (v.l.), Kevin Sauzier und Dirk Ackm

Gemeinsam sollte ein Kunstprojekt hinter Gefängnismauern durchgeführt werden. Etwas komisch war es den sechs Schülern der Fachoberschule (FOS) Rinteln schon, als sie zum ersten Mal die Jugendanstalt besuchten und die ersten Kontakte zu den Insassen knüpften. "Aber die Scheu und Distanz war schnell abgelegt und es fand ein offener Austausch statt", berichtet Marie-Theres Bockhorst-Thöne. Ihre Schüler gaben das in der FOS erlernte an die Insassen weiter. Gemeinsam wurde gemalt und geredet und es ist erstaunlich, welche schönen Kunstobjekte dabei entstanden sind. "Unsere acht Gefangenen, die in einer Vorstufe des offenen Vollzugs sind, und an dem Projekt teilnahmen, waren hochmotiviert", berichtet Kevin Sauzier. Kollagen, Acrylbilder auf Leinwänden sowie Specksteingebilde und selbst gestaltete Tassen entstanden. Das Ergebnis ist bis zum 26. Oktober in der Geschäftsstelle der Sparkasse in der Klosterstraße zu sehen. "Wir werden die Zusammenarbeit bestimmt fortführen", sind sich Bockhorst-Thöne und Sauzier einig. In der Sparkasse ist auch ein Kalender zu bekommen, den Insassen aus der Jugendanstalt in Bückeburg gemeinsam mit dem Künstler Pedda Borowski erarbeitet haben (wir berichteten). Die 1980 eröffnete Jugendanstalt Hameln ist die größte Jugendstrafvollzugseinrichtung in der Bundesrepublik Deutschland. Die Jugendanstalt verfügt über 794 Haftplätze im Alter von 14 bis 24 Jahren.

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