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Kulturvielfalt blüht seit 60 Jahren

Bückeburg (mig). "Was haben Bückeburg und ein Joghurt miteinander gemein? Sie sind beide lebende Kulturen!" Mit diesen Worten hat der Vorstandsvorsitzende des Kulturvereins Bückeburg, Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, die Ausstellung "60 Jahre Kulturverein Bückeburg" in der Sparkasse Schaumburg eröffnet. Auf sechs miteinander verbundenen Stellwänden können Besucher noch bis zum 26. September Gründungs- und Zeit-Dokumente einsehen und sich über das in Jahrzehnten gewachsene Kulturprogramm informieren.

veröffentlicht am 14.09.2007 um 00:00 Uhr

Die an Ausstellungswände geheftete Parforce durch 60 Jahre Bücke

Die Idee zu dieser Ausstellung kam Vorstand Ute Mai, als Mitarbeiter des städtischen Bauhofs vor geraumer Zeit einige Umzugskartons mit fünf Ordnern in ihr Zimmer stellten. Darin fanden sich Programme, Zeitungsartikel und Dokumente aus der Zeit von 1948 bis 1987. "Von der ersten Idee bis zum Fertigstellen war es dann aber ein weiter Weg", sagte Mai selbst. Zunächst recherchierte sie im Staatsarchiv, anschließend sichtete sie gemeinsam mit Geschäftsführerin Johanna Harmening das Material und stellte es für die Schau zusammen. Eine Bleiwüste ist die Parforce durch 60 Jahre Bückeburger Kulturverein aber trotzdem nicht. Aufgelockert werden die vielen Info-Texte mit zahlreichen Fotos und Reproduktionen. "Wir haben Wert darauf gelegt, dass die Ausstellung auch etwas für das Auge bietet", machte die Organisatorin deutlich. Um die Dokumentation übersichtlich zu gestalten, wurde das Material in Themenbereiche eingeteilt - es finden sich Rubriken zu "häufigen Gästen, "Amtsinhabern", den "Anfangsjahren"oder zu den "Märchenspielen". Letzten Endes kann die trotz Materialfülle aufgeräumt wirkende Ausstellung aber nur eine Auswahl bieten. "Frank-Peter Zimmermann war auch hier, hat bei uns aber leider keine Spuren hinterlassen", sagte Ute Mai. Anschließend eröffnete Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe die Ausstellung auch offiziell und lobte in seinem Grußwort die "lebendige Kultur" und den "Einfluss auf die umliegende Region". "Es ist erstaunlich, dass sich so kurz nach dem Krieg Menschen dafür zusammengefunden haben", machte der jetzige Vorsitzende deutlich. Anschließend erinnerte auch seine Vorgängerin im Amt, Gisela Grimme, an die Anfänge vor inzwischen sechs Jahrzehnten. "Es sollte ein erster Schritt in eine bessere Zeit werden", sagte die Ehrenvorsitzende, die selbst 22 Jahre lang den Vorsitz inne gehabt hatte. Schon kurz nach der Gründung habe der Kulturverein rund 1000 Mitglieder gehabt, nach der Währungsreform war die Entwicklung dann aber rückläufig. "Der Zubringerdienst wurde auch deshalb eingeführt, um Gäste aus dem Umland zu holen", erläuterte Grimme, die anschließend vergangene Programmhighlights Revue passieren ließ. Vor allem mit seinen Konzertveranstaltungen habe der Verein ein glückliches Händchen gehabt, erinnerte Grimme an das Jahr 1972, als die Zusammenarbeit mit den Göttinger Symphonikern begann. Die Ehrenvorsitzende: "Ich wünsche mir für die Zukunft, dass der Kulturverein noch lange ein abwechslungsreiches Programm bieten kann." Ausführlich nachlesen konnten die Ehrengäste den Zeitpunkt der Gründung dann auf einer der Tafeln. "Als sich am 12. September des Jahres 1947 eine kleine Gruppe kulturbegeisterter Bückeburger im Sitzungszimmer des Stadtdirektors (...) zusammenfand (...) geschah das vor dem Hintergrund weltweiter Ächtung", steht dort. Die erste Veranstaltung des Kulturvereins war deshalb auch "ein Zeichen der Versöhnung" (Gisela Grimme): Gegeben wurde "Nathan der Weise".

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